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Jüchen
Gemüse vom eigenen Bio-Acker

Jüchen: Gemüse vom eigenen Bio-Acker
Thomas Sablonski vom Biohof Essers berät die Hobbygärtner beim Anbau von Gemüse auf den eigenen Parzellen. Die Pächteranmeldungen für die kommende Saison haben begonnen. FOTO: Anja Tinter
Jüchen. Von Mai bis Oktober kann auf dem Biobauernhof Essers in Neuenhoven Gemüse selbst geerntet werden. Jetzt im Oktober ist nicht nur Erntezeit, es werden auch wieder die Parzellen an Hobbygärtner für die nächste Saison verpachtet. Von Elena Burbach

Seit fast zehn Jahren verpachtet Thomas Sablonski vom Biobauernhof Essers in Neuenhoven Parzellen an Hobby-Bauern. Jetzt werden wieder die Parzellen für die nächste Saison vergeben. "Einige treue Pächter sind schon von Anfang an dabei und ernten seither jedes Jahr ihr eigenes Gemüse auf dem 90 Quadratmeter großen Acker", berichtet der Landwirt.

Zu Beginn der Saison, Anfang Mai, bereitet der Bauer selbst die Felder vor. Dafür fährt er mit seinem Traktor über die Parzellen-Flächen und sät verschiedene Gemüsesorten. Dazu gehören Salat, Mangold, Kartoffeln, Kürbis und Mais. "Das vorzeitige Sähen des Ackerbodens kommt bei den Pächtern gut an", sagt Sablonski. Viele Pächter hätten so auch ohne Erfahrung eine ertragreiche Ernte. "Das Ganze hat aber auch einen gewissen Lerneffekt bei den Leuten, wenn sie merken, dass nicht jedes Jahr gleich ist", sagt der Bauer mit Blick auf die vergangene Saison, die erst von starkem Regen und dann von extremer Trockenheit geprägt war.

Wie sehr man sich um seine Parzelle kümmert, sei im Prinzip jedem selbst überlassen. Fest stehe aber, dass man ein bis zwei Stunden pro Woche für den eigenen kleinen Acker aufbringen solle. Bei Fragen oder fehlenden Geräten hilft Sablonski weiter. Oft sei das aber schon gar nicht mehr notwendig, denn: "Viele der erfahreneren Pächter geben ihr Wissen schon an die Neuen weiter, wenn man sich auf den Parzellen trifft."

Der Bio-Bauer ist bislang sehr zufrieden mit dem Projekt "Gemüse selber ernten". Damals sei Markus Profjit vom BUND mit der Idee auf ihn zugekommen. Da er Menschen die Natur näher bringen wollte und auch die nötigen Geräte und Fläche hatte, setzte Sablonski die Idee um. Die Parzellen-Vermietung sei damals allerdings noch nicht weit verbreitet gewesen. Angefangen habe alles in Wien, dort sind die Parzellen bei den Städtern schon lange beliebt Doch wie es oft mit neuen Dingen sei, hätte auch er zunächst Sorgen gehabt: "Ich hatte erst Angst um meine Zulassung als Biohof. Das hat sich aber schnell als unberechtigt herausgestellt, da die meisten die Parzellen nur auf Grund der Bioqualität mieten", sagt er. Wer auf dem Acker neue Samen säen möchte, sollte deswegen auch die verwendeten Tüten in den Boden stecken, um nachvollziehen zu könne, ob die Samen ebenfalls Bio-Qualität haben.

"Die Möglichkeit, sich mit seiner eigenen Parzelle zu versorgen, wird von den verschiedensten Menschen genutzt", sagt Sablonski und fügt hinzu: "Die meisten sind aber junge, ernährungsbewusste Familien, die zur Ernte gerne mit den Kindern und dem Hund kommen. Aber auch viel beschäftigte Geschäftsleute genießen die Zeit, um auf den Parzellen abzuschalten."

Generell sei das Interesse am selbst angebauten Gemüse gestiegen, stellt Sablonski fest. "Jedes Jahr kommen neue Interessenten dazu. Mittlerweile sind 60 der 30 mal drei Meter großen Parzellen vermietet. Die Fläche kann mit ihrem Ertrag eine vierköpfige Familie ernähren", berichtet der Landwirt.

Quelle: NGZ
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