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Jüchen
Gesamtschul-Chef will Eltern begeistern

Jüchen: Gesamtschul-Chef will Eltern begeistern
Die Sekundarschule Jüchen soll in eine Gesamtschule umgewandelt werden. Welche Chancen das für Schüler bietet, darüber werden die Eltern von einem Gesamtschulexperten informiert. FOTO: Christian Kandzorra
Jüchen. Der Leiter einer Vorbildschule informiert die Jüchener über ein erfolgreiches Gesamtschulmodell. Er hofft, die Besucher zu begeistern und wünscht sich, dass mindestens 100 anmeldungsbereite Eltern oder mehr kommen werden. Von .von Gundhild Tillmanns

Als ausgewiesener Fachmann in Sachen Gesamtschule und Schulentwicklung gilt Alois Brinkkötter, der in der nächsten Woche zu einem Elterninformationsabend nach Jüchen kommt. In den vergangenen drei Jahren hat der Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen/Südwestfalen etwa 40 Schulstandorte in NRW auf die unterschiedlichste Weise beraten und begleitet. Seine Aufgabe in Jüchen ist eine - je nach Stimmungslage in der Elternschaft - schwere oder eine leichte: Der Gesamtschul-Experte soll die Elternschaft begeistern für diese Schulform.

Denn bekanntlich müssten mindestens 100 Anmeldungen für die geplante Gesamtschule vorliegen, die aus der bisherigen Sekundarschule entwickelt werden soll, damit sie von der Bezirksregierung überhaupt genehmigt wird.

Jüchen sei übrigens ein Sonderfall, sagt Brinkkötter aus seiner bisherigen Erfahrung heraus. So sei es fast einmalig, dass eine Sekundarschule nach relativ kurzer Zeit zugunsten einer neuen Gesamtschule aufgegeben werden solle. Aber er halte dies in der Gemeinde Jüchen für genau richtig: "Die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule ist aus meiner Sicht für die Gemeinde Jüchen der richtige Schritt."

Denn es gehe Jüchen natürlich darum, die Schülerabwanderung in die Gesamtschulen der Nachbarstädte auszubremsen. Von daher sei eine eigene Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und Möglichkeit, das Abitur abzulegen, die richtige Entscheidung.

Schul-Fachmann Brinkkötter rät Jüchen aber, frühzeitig den interkommunalen Austausch und Konsens zu suchen: "Es macht keinen Sinn, wenn sich die Städte gegenseitig die Kinder wegnehmen", sagt Brinkkötter.

Wie groß oder klein das Interesse der Jüchener Eltern an seinem Vortrag mit Fragestunde sein wird, könne er noch überhaupt nicht einschätzen: "Es gab solche Veranstaltungen, da sind 500 Leute gekommen, bei anderen waren es nur 40 oder 50. Es ist jedes Mal eine Überraschung. Ich hoffe aber, dass mindestens 100 kommen, die Jüchen für die Anmeldungen braucht", wünscht sich der Schulleiter.

Brinkkötter wird übrigens nicht nur bescheinigt, viel von seinem Metier auch als Moderator in der Schulentwicklung zu verstehen, sondern auch begeistern zu können. Er sei eben von der Gesamtschule als Schulform persönlich überzeugt und könne auf Erfolge verweisen. So reist Brinkkötter mit den Berichten über "seine" Erfolgsschule in Ahlen durch die Lande. In vielen Orten war er bereits Impulsgeber.

Die Begleitung des weiteren Prozesses vor Ort soll in den Händen des Arbeitskreises und dessen Leiter Achim Körbitz liegen. Der Fachberater für Pädagogik an der Uni Bielefeld ist sogar mehr noch als Alois Brinkkötter "ein bunter Hund", was die Bekanntheit als Berater von Städten und Gemeinden in der Schulentwicklung anbelangt. Er hat in Jüchen bereits dafür plädiert, die sich bietende Chance zu ergreifen" und die Gesamtschule als ein herausforderndes Projekt anzugehen. "Vorkämpfer" Brinkkötter hofft nun im ersten Schritt dazu, möglichst 100 und mehr Eltern zu überzeugen.

Elterninformationsabend zur Gesamtschule am Dienstag, 12. Januar, ab 19 Uhr, im Forum der Real/-Sekundarschule Jüchen, Stadionstraße 77

Quelle: NGZ
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