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Jüchen
Gesucht: Die schönsten Klompen in Otzenrath

Jüchen: Gesucht: Die schönsten Klompen in Otzenrath
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Jüchen. Mit 200 Paar Holzschuhen aus Vlodrop wurde die Klompenkirmes neu belebt. Die fantasievollsten Schuhe werden prämiert. Von Karin Verhoeven

Morgen beginnt in Otzenrath/Spenrath die Klompenkirmes. Dann sind nicht nur die Straßen geschmückt. Unter strengster Geheimhaltung werden in den Tagen zuvor die Klompen (Holzschuhe) gestaltet. Am Kirmesmontag muss die Farbe trocken, die Dekoration fertig sein: Dann werden die besten Ideen prämiert. "Deshalb gestalten die Gruppen ihre Schmuckstücke nur unter größter Geheimhaltung", erzählt Peter Koenen von der Gruppe "Op de Dam".

Die Herrengruppen arbeiten ganz pragmatisch - sie streichen meist nur. Dafür hat sich auch die Gruppe um Peter Koenen entschieden: Die zwölf Paar Holzschuhe werden von Rot auf Weiß umlackiert. Im Jahr 1982 ist der Kegelclub "Op de Dam" ("Auf die Dame") aus den Reihen der Pfadfinder hervorgegangen. "Traditionell streichen wir unsere Klompen am Montag vor der Kirmes", sagt Peter Koenen. Dabei komme auch die Geselligkeit nicht zu kurz. "Viele andere Gruppen, die ihre Holzschuhe für die Prämierung fantasievoll gestalten, sind dann längst fertig", so Koenen. Den Männern sei der Spaß aber wichtiger als ein Preis. Die Zeit bis zur Kirmes haben sie genutzt, um bei Zugführer Norbert Flesch zu schmücken. Eine Besonderheit in dem Zug um Präsident Hans-Günter Schwieren, der vor zwei Jahren Klompenkönig war: In jedem Jahr wird ein anderer Zugführer bestimmt.

Seit 40 Jahren wird in Otzenrath die Tradition des Klompen-Streichens gepflegt. Im Jahr 1975 war die Klompenkirmes neu belebt worden, nachdem 1958 vorerst Schluss war. Zwei, die sich gut an diesen Neustart erinnern, sind Maria Schrey und Gisela Reinartz - damals 25 und 19 Jahre alt. "Meine Eltern Anton und Maria Welters führten damals die Dorfkneipe ,Jägerheim'", erzählt Gisela Reinartz, die oft in der Kneipe half. Dort trafen sich die Fußballspieler. Beim Bier an der Theke sprach man über den baldigen Beginn der Otzenrather Kirmes, doch das Fest ohne König und Umzug wurde etwa von den Fußballspielern Peter Klein, Karl-Heinz Seidel, Peter Szemgulis und Burkhard Schrey als wenig attraktiv eingeschätzt. Sie wollten eine Klompenkirmes wie früher feiern. Burkhard Schrey ließ sich zum Klompenkönig wählen. Seine Frau Maria war im Dirndl die "Frau an seiner Seite", offizielle Königinnen sollte es erst Anfang der 1980er Jahre wieder geben. In aller Eile organisierte man bei Welters eine Versammlung und bereits einen Monat später, am 14. Juli 1975, sollte die Klompenkirmes gefeiert werden. Listen mit Schuhgrößen wurden eingesammelt. Maria Schrey und Gisela Reinartz setzten sich in Schreys himmelblauen Mercedes, um 200 Paar Klompen zu organisieren. "In Vlodrop haben wir den gesamten Bestand vom Dachboden eines alten Holzschuhmachers aufgekauft. Wir hatten kaum noch Platz im Auto", erinnern sich die beiden. An der Grenze "Schwanenhaus" schafften sie es mit viel Charme, ohne Strafe passieren zu können. Noch zwei weitere "Klompenfahrten" folgten.

Im Mittelpunkt der Klompenkirmes stehen erneut Alexander und Petra Trost. Trost ist bei "Turnen für Jedermann" aktiv, seine Frau bei den "Flotten Klompinchen".

Quelle: NGZ
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