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Jüchen
Gitarren-Profis messen sich bei Festival

Jüchen: Gitarren-Profis messen sich bei Festival
Gitarrenmusik unter der Kanzel: Zu den Profi-Gitarristen, die ihr Talent gestern beim Finale des ersten internationalen Gitarrenfestivals in der evangelischen Hofkirche unter Beweis stellten, zählte die 19-jährige Julia Trintschuk. FOTO: l. berns
Jüchen. Die Musiker spielten beim ersten internationalen Gitarrenfestival auf einem sehr hohen Niveau. Die Organisatoren wollen ihre Veranstaltung in Jüchen etablieren. Für die Premiere hätten sie sich jedoch mehr Zuschauer gewünscht. Von Christian Kandzorra

Als der Applaus in der Kirche verhallt, hält Julia Trintschuk, die leicht erhöht vorne an der Kanzel sitzt, einen Moment lang inne. Der ganze Raum ist still, alle schauen sie erwartungsvoll an. Erst dann geht es los. "Bevor ich anfange, muss ich abschalten und komplett in die Musik eintauchen", versucht die 19-Jährige nach ihrem Konzert den auffällig stillen Moment zu erklären. Kurz vorher halte sie immer inne, schließlich dürfe man sich beim Vorspielen durch nichts ablenken lassen.

Tatsächlich wäre jeder Fehler, der gestern Nachmittag beim Finale des ersten internationalen Gitarrenfestivals in der evangelischen Hofkirche hätte passieren können, extrem ärgerlich gewesen. Denn Juroren wie der in Deutschland bekannte Gitarren-Professor Hubert Käppel beobachteten die fünf der 14 Besten der Besten auch in der letzten Runde ganz genau. Die waren aus ganz Deutschland und darüber hinaus angereist und am Freitag zum Wettbewerb angetreten. Zweifelsfrei wäre den Juroren jeder Fehler aufgefallen, denn die Musikstücke, die die Gitarren-Talente in der Kirche auf die Bühne brachten, sind in der Gitarrenwelt durchaus bekannt - auch oder gerade weil sie als so anspruchsvoll gelten.

Das Niveau bei der Festival-Premiere jedenfalls war ausgesprochen hoch. Das bestätigen alle, nicht nur die Organisatoren Daniel März (19) und Arne Harder (52) aus Jüchen. Sie wollen sowohl den Jugendwettbewerb, der Ende Oktober im Haus Katz stattgefunden hatte, als auch das Gitarrenfestival mit erfahrenen Profis in der Gemeinde etablieren. "Unser Ziel ist es, an beiden Veranstaltungen festzuhalten. Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Jüchener auf die Veranstaltungen aufmerksam werden", sprach Daniel März gestern auch für Arne Harder. Die beiden hätten sich für die Premiere allerdings noch mehr Besucher aus Jüchen gewünscht. Jeder hätte kommen können, um den Gitarristen zuzuschauen. Aber in der Kirche blieben viele Plätze leer.

Musiker wie der 22-jährige David Dyakov - auch er zählte zu den fünf Finalisten - geben dem Festival trotz der geringen Besucherzahl eine Chance: "Es ist häufig so, dass Wettbewerbe wie diese im Laufe der Jahre wachsen." Der Gitarrenstudent, der vor sieben Jahren aus Bulgarien nach Deutschland gekommen war, sei gerne zum Festival nach Jüchen gekommen - und zwar unabhängig von den ausgeschriebenen Preisen für die Gewinner (darunter Geld- und Sachpreise sowie diverse Gutscheine). "Das Festival ist sehr gut organisiert", sagte Dyakov, der sich beim Finale genau wie seine Mitbewerber eine halbe Stunde lang hochkonzentriert Stücken von Künstlern wie Johann Sebastian Bach oder Mauro Giuliani widmete. "Die Stücke können wir alle auswendig. Das ist eine Selbstverständlichkeit", erzählte der Kölner.

Doch der Wettbewerb als solcher war nicht alles, was das Festival ausmachte: Es fanden auch einige sogenannte Meisterkurse statt, in denen die Teilnehmer unterrichtet wurden. Außerdem standen einige Konzerte auf dem Programm. Zusätzlich zeigten Gitarrenaussteller wie Jens Towet ihre handgefertigten Instrumente an der Hofkirche.

Quelle: NGZ
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