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Jüchen
Glasfaser: Bürger beklagen Baumängel

Jüchen: Glasfaser: Bürger beklagen Baumängel
Baumängel bei den Glasfaserarbeiten beklagen im Ortsteil Schaan die Anwohner Günter Lesswing (v.l.), Marcus Holz und Hans-Josef Schneider, der als Baudezernent in Rommerskirchen vom Fach ist. FOTO: Georg Salzburg
Jüchen. Anwohner in Schaan und auch in Kelzenberg klagen über mangelhafte Tiefbauarbeiten der Deutschen Glasfaser oder deren Subunternehmen. Außerdem seien verbindliche Terminvereinbarungen für Hausanschlüsse unmöglich. Von Gundhild Tillmanns

Montagmorgen um 8 Uhr stand plötzlich zur großen Verwunderung von Günter Lesswing ein Techniker vor seiner Haustüre, um den lange vergeblich erwartenden Glasfaseranschluss vorzunehmen. Der Bürger aus Jüchen-Schaan hatte sich in seiner Not an unsere Zeitung gewendet und von seinen seit Monaten währenden Problemen berichtet, endlich einen verlässlichen Termin für den Glasfaseranschluss zu bekommen. Mit diesem Problem steht Lesswing nicht alleine da. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichteten weitere Anwohner aus Schaan sowie aus Kelzenberg, dass sie teilweise seit Mai vergeblich auf den Glasfaseranschluss warten - und vor allem auch, dass vereinbarte Termine nicht eingehalten werden.

So erging es Günter Lesswing gestern übrigens auch, denn der Techniker war eigentlich für morgen avisiert. Lesswing wusste aber von einem Nachbarn, der eigentlich gestern an der Reihe gewesen wäre: "Ich habe dem Techniker gesagt, er soll doch zum Nachbarn gehen. Der ist dann aber einfach wieder weggefahren", wundert sich Lesswing.

Über zwei große Problemfelder beim Glasfaseranschluss klagt auch Hans-Josef Schneider aus Schaan. Er ist Baudezernent in Rommerskirchen und versteht deshalb etwas vom Tiefbau: "Die Platten vor meinem Haus sind nicht auf Fuge verlegt worden, deshalb splittern sie jetzt schon ab. Und zwischen den neu verlegten Pflastersteinen klaffen große Lücken. Es werden spätestens nach dem nächsten Winter Folgeschäden auftreten. Da kann auf die Gemeinde Jüchen noch eine Kostenlawine zurollen", sagt Schneider, der übrigens auch seit Mai vergeblich versuche, eine verbindliche Terminvereinbarung für seinen Glasfaseranschluss zu bekommen. Da "lande" man immer in einem Call-Center, wovon niemand wisse oder gar unterscheiden könne, ob nun die NEW, die Deutsche Glasfaser oder auch die Telekom, oder gar alle zugleich dahinter steckten: "Für uns Kunden ist das vollkommen undurchsichtig und nicht zielführend", beklagen die drei Familien aus Schaan unisono.

Lesswings Nachbar Marcus Holz wohnt in Schaan unmittelbar vor großen Frässtellen, die die Glasfaserarbeiter in der Fahrbahn zurückgelassen haben: Dort soll ein Kind mit seinem Fahrrad bereits übel gestürzt sein. Und wenn der Milch-Lkw mehrmals drüber fährt, vibriert bei Familie Holz das ganze Haus.

Günter Lesswing, der in unmittelbarer Nachbarschaft von Familie Holz wohnt, sorgt sich außerdem: "Unter der Straße hier liegen alle Versorgungsleitungen, also auch Gas. Wenn die Frässtellen weiterhin offen liegenbleiben, dann kann durch die ständigen Erschütterungen womöglich auch ein Schaden an den Leitungen entstehen", befürchtet er und bilanziert bitter: "Bei den Arbeiten für die Glasfaserverlegung scheint Schnelligkeit vor Gründlichkeit zu gehen. Und das dicke Ende mit den Folgeschäden bleibt dann an der Gemeinde, also an uns Steuerzahlern, hängen," befürchtet er.

NEW-Geschäftsführer Ralf Poll sagt auf Redaktionsnachfrage: "Die Deutsche Glasfaser ist für die Infrastruktur, also den Bau des Glasfasernetzes, zuständig. Die NEW ist der Provider, der dem Kunden eine breite Palette von Dienstleistungen rund um das Internet anbietet. Diese Aufgabenteilung haben wir von Anfang an in der Öffentlichkeit klar kommuniziert," sagt Poll.

Es sei für die NEW nicht nachvollziehbar, warum diese Rollenverteilung offenbar für Verwirrung sorge, zumal sie in der Branche üblich sei. Günter Lesswing sei am 18. Juli telefonisch darüber informiert worden, dass sein Anschluss am 22. August erstellt werde. Poll: "Auf diese Terminierung hat die NEW keinen Einfluss. Dies ist Sache der Deutschen Glasfaser beziehungsweise des von der Deutschen Glasfaser beauftragten Generalunternehmers."

Quelle: NGZ
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