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Jüchen
"Glasfaser" startet nächste Woche

Schritt für Schritt: Testen Sie Ihre Surfgeschwindigkeit
Schritt für Schritt: Testen Sie Ihre Surfgeschwindigkeit FOTO: dpa
Jüchen. Am 23. April beginnt die Firma "Deutsche Glasfaser" mit der Nachfrage-Bündelung. Zunächst wird das Interesse der Jüchener an einer schnelleren Netzverbindung per Glasfaser ermittelt. Die Wirtschaftsförderung hofft auf Zuspruch. Von Daniela Buschkamp

Markus Bischof in Neuenhoven-Schlich wartet ungeduldig auf eine bessere Internetanbindung. "Eigentlich wollte die ,Deutsche Glasfaser' ja längst starten", sagt der Finanzbeamte (42). "Wir haben hier nur DSL 200, da kann man sich noch nicht mal ein ,Youtube'-Video anschauen", sagt er. Das kriechende Internet spürt etwa Bischofs Frau, die im Home-Office arbeiten könnte - wenn die Verbindung schnell genug wäre. Doch nun geht es los: Gestern hat Nicole Holländer, Marketing Beauftragte des Unternehmens "Deutsche Glasfaser", die nächsten Schritte für Jüchen im Rathaus vorgestellt. Bis August müssen sich die Jüchener entscheiden.

Grafik: So schnell ist das Internet in der Region FOTO: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur/ Grafik RP

Mehrfach wurde der Breitband-Ausbau verschoben. "Das hat Vertrauen gekostet", sagt Helmut Wittig aus Wallrath. Er hatte dort den Arbeitskreis "Schnelleres Internet" mitgegründet. "Die langsame Internetverbindung ist ein Nachteil für Berufstätige und alle, die das Netz nutzen", sagt Wittig. Dadurch würden die kleinen Dörfer abgehängt. Das weiß auch Jüchens Wirtschaftsförderin Annika Schmitz: "Viele Interessenten fragen an erster Stelle nach der Breitband-Versorgung." Sie ist froh, wenn "wir dieses Problem gelöst hätten. Das wäre dann ein entscheidender Vorteil."

Zuletzt stockte der Netzausbau im Kreis Heinsberg. Doch diese Probleme sind gelöst. 2013 wurde ein Vertrag mit Jüchen, Grevenbroich und Korschenbroich geschlossen. Das Unternehmen will rund 69 Millionen in eine schnellere Internet-Anbindung investieren. Das Prinzip: Über Glasfaserkabel werden PCs mit dem Internet verknüpft. Der Vorteil für den Kunden: Down- und Uploadgeschwindigkeit sind identisch. Der Nachteil: Um die Kabel bis in das eigene Haus ("Fibre to the home"-Technologie) zu legen, müssen Straße aufgerissen und Kabel verlegt werden. Die Jüchener Verwaltung hat sich darauf eingerichtet. "Bei der Kanalsanierung in Gubberath wurden Leerrohre verlegt für eine Glasfaser-Anbindung", erklärt Bürgermeister Harald Zillikens.

Nun müssen sich die Jüchener nur kurz gedulden. Gestern hat Nicole Holländer den weiteren Fahrplan vorgestellt. Demnach startet das Unternehmen am 23. April mit der ersten Phase der Nachfrage-Bündelung. "Ende April, Anfang Mai werden Info-Schreiben verschickt", kündigt Annika Schmitz an. Damit soll das Interesse der Anwohner an der besseren Breitbandversorgung ausgelotet werden. Weitere Marketing-Maßnahmen sollen folgen. Das Ziel des Investors": 40 Prozent aller Haushalte müssen sich beteiligen und bei der "Deutschen Glasfaser" einen Vorvertrag abschließen.

In Neuenhoven-Schlich würde es vermutlich ausreichend Unterstützer dafür geben: "Bei einer Umfrage haben sich 42 Prozent für dieses Angebot ausgesprochen", sagt Markus Bischof. Auch für ihn ist klar: Eine Verbindung von 100 Megabit (Mbit pro Sekunde), wie sie "Deutsche Glasfaser" anbietet, das wäre für Neuenhoven-Schlich "ein absoluter Glücksgriff".

Quelle: NGZ
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