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Jüchen
"Glasknochen" müssen nicht sein

Jüchen. Ärztin Renate Gähl hält einen Vortrag über die weit verbreitete Osteoporose. Von Elena Burbach

Viele Frauen leiden auch in der Gemeinde Jüchen an Osteoporose, im Volksmund besser bekannt als Glasknochenkrankheit. Dazu sagt Amtsärztin Renate Gähl: "Dabei kann man bei rechtzeitiger Behandlung die Symptome erheblich mindern und sogar stoppen." Die Ärztin für Ernährungsmedizin und Gesundheitsförderung des Rhein-Kreises Neuss ist zum zweiten Mal von den Gleichberechtigungsbeauftragten der Gemeinde, Silke Rafaneli und Ursula Schmitz, zu einem Vortrag nach Jüchen eingeladen worden.

Die Amtsärztin beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit der Krankheit und hat damals schon die erste Osteoporosegruppe in Neuss eingerichtet, 2005 folgte eine weitere in Dormagen. Die Hormonkrankheit komme besonders häufig bei Frauen vor, jede dritte sei gefährdet. Das hänge vor allem mit dem Hormonspiegel zusammen, dieser sinke bei Frauen zwischen 45 und 55 Jahren erheblich. Bei Männern geschehe dies erst ab einem Alter von 80 Jahren, weshalb sie erst wesentlich später erkrankten. Trotzdem sei das Thema für beide Geschlechter wichtig, denn vom Risiko ausgeschlossen, sei niemand.

An dem Informationsabend wird Gähl deshalb über Präventionsmaßnahmen und aussagekräftigen Untersuchungen zur Diagnostik sprechen. Vom Knochenaufbau - bis Abbau, sowie Vorbeugungsmaßnahmen durch gesundheitsbewusste Ernährung in Kombination mit gezielter Bewegung, soll ein Überblick über das ganze Krankheitsbild gegeben werden. Osteoporose trage außerdem zu Pflegebedürftigkeit bei, denn die Knochenbrüche hätten oft verheerende Auswirkungen. "Das bedeutet nicht nur finanziellen Aufwand, auch die Familie wird durch einen Pflegefall belastet", gibt Gähl zu bedenken. "In dem Vortrag soll vor allem über die Krankheit aufgeklärt werden, auf Risikofaktoren hingewiesen und mit Mythen aufgeräumt werden", sagt sie. So hätten Cortison-Patienten beispielsweise ein erhöhtes Risiko und auch die medizinischen Erkenntnisse über Vitamin D als wichtigem Hormon hätten sich in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Gähl möchte ihr Wissen vor allem deswegen weitergeben, weil durch rechtzeitige Maßnahmen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert werden könnten. Die Amtsärztin wird allerdings nicht das erste Mal in Jüchen über Gesundheit aufklären, bereits im Mai vergangenes Jahr hatte sie unter dem Titel "Frauenherzen schlagen anders" über die Herzinfarktrisiken bei Frauen informiert.

Der Abend war gut besucht und stieß auf positive Resonanz. Der Erfolg des Vortrags war auch der Anlass für die neue Veranstaltung. Für die Gleichstellungsbeauftragte Ursula Schmitz war deswegen klar, einen weiteren Informationsabend mit Renate Gähl zu organisieren: "Die Veranstaltung ist damals sehr gut angekommen, die Teilnehmer waren begeistert", erinnert sie. Auch für den Abend im Oktober erhoffen sich Gähl und Schmitz wieder zahlreiche Zuhörer. Bei Männern und Frauen gibt es bei vielen Krankheiten Unterschiede, deswegen sei es wichtig die verschiedenen Auswirkungen und Symptome zu kennen. Es gebe aber auch Parallelen in Vorbeugungsmaßnahmen und Therapieansätzen, die Veranstaltung sei deshalb sowohl für Frauen als auch für Männer interessant.

Info Renate Gähl spricht am 26. Oktober, ab 18.30 Uhr, im Trauzimmer von Haus Katz über Osteoporose, die Risiken und Vorbeugungsmaßnahmen, sowie therapeutische Maßnahmen. Der Eintritt ist frei zum Vortragsabend.

Quelle: NGZ
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