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Jüchen
Gymnasium: G 8er-Abitur läuft doch gut

Jüchen. Mehr Personal für die Ausländerklasse wünscht sich das Gymnasium. Die Abiturdebatte käme mehr als ungelegen. Von Gundhild Tillmanns

Wird im Gymnasium Jüchen die Uhr zurückgedreht und beim Abitur alles wieder auf Anfang gestellt? Kann eine "Rolle rückwärts" von G 8 auf G 9, also Abitur wieder nach 13, statt nach zwölf Schuljahren, überhaupt realisiert werden? Monika Thouet, die Leiterin des Gymnasiums Jüchen, zeigt sich nur mäßig begeistert: "Wenn wir müssen, werden wir uns natürlich nicht dagegen sperren und das G 9er Abitur auch mit großem organisatorischem Aufwand wieder hinbekommen", sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Das G 8er-Abitur laufe in Jüchen aber sehr gut, wie es auch die hervorragenden Abitur-Ergebnisse gezeigt hätten.

Thoeut macht klar: "Das G 9er-Abitur wird es genauso, wie es war, sowieso nicht mehr geben." Zum Beispiel werde auch künftig der Nachmittagsunterricht unverzichtbar bleiben. Anlass für die Frage nach einem möglichen Zurück zum G 9er-Abitur ist im Gymnasium Jüchen die aktuelle politische Diskussion auf Landesebene, die sich jetzt auch im Schul-und Jugendausschuss der Gemeinde Jüchen niederschlagt. Der wird am 10. November nämlich darüber beraten, ob Jüchen dem bereits gestarteten "Volksbegehren zum Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien" beitritt. Ein Zurück zum Abitur nach 13 Jahren würde auch unter Umständen Auswirkungen auf die Gesamtschule Jüchen haben.

Die neue Diskussion um das Abitur trifft im Gymnasium in eine Zeit, in der laut Thouet wegen der neu übernommenen Aufgabe der Seiteneinsteigerklasse für ausländische Schüler ohnehin der Personalbedarf schon erhöht sei. Bisher 18 Kinder und Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren, darunter nicht nur Flüchtlinge, sind laut Thouet seit Schuljahresbeginn dem Gymnasium zugewiesen worden. Sie werden von einem Klassenlehrer, vier Kollegen und einem ehemaligen Gymnasiasten mittlerweile im Deutschunterricht in drei unterschiedlichen Niveaustufen betreut. "Wir konnten zwei Schüler aus dem Iran schon nach den ersten zwei Wochen bei uns in den regulären Unterricht aufnehmen", berichtet Thoeut über die Erfolge. Vor allem bei dem jungen Mädchen aus dem Iran sehe sie realistische Chancen, dass es am Jüchener Gymnasium auch sein Abitur schaffen könne.

Es gibt laut Schulleiterin aber auch Fälle wie einen 18-Jährigen, der in seiner Heimat noch nie die Schule besucht hat: "Den behalten wir bei uns zunächst in einer Art von Warteposition, um den jungen Mann zu alphabetisieren. Anschließend soll er junge Mann ans Berufskolleg weitergeleitet werden", verdeutlicht die Pädagogin. Und erst in der vergangenen Woche seien drei neue Kinder aus Somalia aufgenommen worden. Sie gehören zu der Gruppe von 37 neuen Flüchtlingen, die Jüchen seit Anfang Oktober zugewiesen worden sind. Jedes ausländische Kind werde nach einem individuellen Plan gefördert, "Und dafür wäre mehr Personal wünschenswert", sagt Thouet.

Quelle: NGZ
 
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