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Jüchen
Hallenbad bleibt Sorgenkind

Jüchen: Hallenbad bleibt Sorgenkind
Das mehr als 50 Jahre alte Hallenbad in Hochneukirch ist ein Sorgenkind für die Gemeinde. Das Flachdach wird immer wieder undicht, und die technische Ablage müsste dringend erneuert werden. Auch sucht die Gemeinde einen Vertragspartner für die Betriebsleitung ihrer beiden Hallenbäder. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Mehr als 1,6 Millionen Euro sind zur Sanierung des Hallenbades Hochneukirch geflossen. Die neue Heizung und Belüftung fehlen noch. Von Gundhild Tillmanns

Flachdächer galten in den 1970er Jahren als besonders chic. Heute sind sie die Sorgenkinder einer jeden Gemeinde oder Stadt, die öffentliche Bauten mit Flachdächern zu unterhalten hat. Das gilt auch für Jüchen und insbesondere für das Hallenbad in Hochneukirch. Dort wird mal wieder auf dem Dach "geflickt", was das Zeug hält. Will sagen: Es muss schon wieder komplett saniert werden.

Das sollte eigentlich bereits im Herbst geschehen, doch das habe die Witterung die Dacharbeiten nicht zugelassen, wie Gemeindesprecher Norbert Wolf auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt. Nun sei aber bei laufendem Betrieb im Hallenbad mit den Arbeiten begonnen worden.

Zunächst sei die Gemeinde davon ausgegangen, dass nur der obere Teil des Flachdaches hätte saniert werden müssen: "Aber als man drunter geschaut hat, ist wohl klargeworden, dass auch der untere Teil saniert werden muss", sagt Wolf. Die komplette Dachsanierung werde voraussichtlich 100.000 Euro kosten. In dieses mehr als 50 Jahre alte Bad hat die Gemeinde dann bereits 1,652 Millionen Euro für die Sanierung und Modernisierung gesteckt.

Wolf weiß aber auch zu berichten, dass die Sanierungen von Flachdächern die Gemeinde noch auf Dauer als "endlose Geschichte" beschäftigen werde: "Wir haben zwar nach der Dachsanierung unserer Zweifachsporthalle erst mal Ruhe. Aber man muss damit rechnen, dass alle sieben bis acht Jahre ein Flachdach wieder undicht wird", sagt Wolf und fügt hinzu: "Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass sich das Regenwasser seinen Weg sucht, und um die undichte Stelle zu finden, eigentlich immer das ganze Dach geöffnet werden muss. Und das wird dann immer teuer."

Übrigens ist bekanntlich auch das Rathaus ein Flachdachbau: "Das Rathaus ist zuletzt 1998 saniert worden. Noch regnet es nicht herein, ich würde es hier oben auch als Erster spüren", meint Wolf. Über kurz oder lang müsse aber an eine Sanierung des aus den Anfängen der 1970er Jahre stammenden Rathausdaches gedacht werden.

Richtig teuer wird aber für das Hallenbad Hochneukirch die dringend anstehende Erneuerung der veralteten Hallenbadtechnik. Die Lüftungsanlage muss aufgerüstet und die Heizung komplett erneuert werden. Um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, verhandelt die Gemeinde Jüchen laut Wolf immer noch ergebnisoffen mit möglichen Interessenten, die die Betriebsführung der Hallenbäder übernehmen wollen. "Es gibt zwar immer wieder Gespräche, wir sind aber noch nicht zum Abschluss gekommen", gibt er zu. Bürgermeister Harald Zillikens hatte bereits seine Wunschvorstellung geäußert, möglichst einen Vertragspartner zu finden, der die technische Wartung für beide Hallenbäder der Gemeinde übernimmt, so wie es die NEW unter sich hatte. Auch die Schwimmmeisterdienste in beiden Hallenbädern würde die Gemeinde gerne an einen Vertragspartner übergeben.

Quelle: NGZ
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