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Jüchen
"Helfende Hände" warten auf Einsatz

Jüchen: "Helfende Hände" warten auf Einsatz
Annemarie Schmitz ist eine der zwölf Helferinnen. Für eine kranke Frau übernimmt sie die Einkäufe FOTO: Berns
Jüchen. Das neue Kooperationsprojekt des Caritasverbandes "Helfende Hände" ist im Juli gestartet. Zwölf Helfer stehen schon bereit, in ihrer Nachbarschaft Hilfsbedürftige zu unterstützen. Doch bislang nimmt kaum jemand das Angebot an. Von Elena Burbach

Vor gut zwei Monaten startete das neue Netzwerk "Helfende Hände" in Jüchen. Das Kooperationsprojekt des Caritasverbandes, des Deutschen Roten Kreuzes, des Seniorennetzwerks 55plus und des Türkisch-Deutschen-Freundeskreises will Menschen bei alltäglichen Schwierigkeiten unterstützen und Nachbarschaftshilfe leisten, wo diese fehlt. Doch das Netzwerk hat Startschwierigkeiten - es fehlen die Anfragen.

"Das hat aber nicht zu bedeuten, dass es in Jüchen keine hilfsbedürftigen Menschen gibt", betont Heinz Schneider vom Caritasverband Rhein-Kreis Neuss. Vielmehr müsse das Netzwerk noch mehr Präsenz zeigen, denn viele wüssten noch gar nicht, dass solch ein Angebot nun besteht. Um das zu ändern, plant der Projektleiter in der kommenden Zeit vermehrte Auftritte auf Pfarrfesten oder Weihnachtsmärkten. Denn momentan warten zwölf Ehrenamtler auf ihre Einsätze. Egal ob bei der Begleitung zu Einkäufen, der Hilfe bei Behörden- und Arztgängen oder bei der Unterstützung beim Aufbau von Möbeln: Die Helfer stehen zur Verfügung. Aber auch für soziale Kontakte oder einfache Gespräche kommen die "Helfenden Hände" gerne vorbei, denn: "Viele Menschen brauchen ab und zu einfach nur ein offenes Ohr", sagt Schneider.

Bislang kämen die Anfragen vorwiegend von älteren oder kranken Menschen, die Hilfe beim Einkäufen benötigen. Annemarie Schmitz ist eine Helferin, die wöchentlich Einkaufsfahrten übernimmt. Aber auch Deutschunterricht für ein Flüchtlingskind konnte eine Helferin schon anbieten.

Jeder Freiwillige habe aber Einsatzschwerpunkte, die er bevorzuge, wie zum Beispiel Fachwissen im Computerbereich, handwerkliches Geschick oder soziale Kompetenzen. Diese sollen bei der Verteilung der Dienste ebenso berücksichtigt werden, wie die Entfernung zum Einsatzort.

Bei einer monatlich stattfindenden Mitgliederversammlung soll in Zukunft auch geklärt werden, welche Art von Schulungen die Ehrenamtler durchlaufen möchten. Das können Erste-Hilfe-Lehrgänge, oder Gesprächsschulungen sein, die Anja Peltzer vom Deutschen Roten Kreuz Grevenbroich anbietet, wie Schneider informiert.

Das Angebot der "Helfenden Hände" soll vor allem auch generationsübergreifend sein, betont der Projektleiter. Die derzeitigen Ehrenamtler seien alle zwischen 50 und 80 Jahren. Dabei könnten sowohl jüngere Helfer, als auch Hilfsbedürftige Menschen an dem Projekt teilnehmen, wie zum Beispiel Alleinerziehende, die Unterstützung im Alltag benötigen.

"Die Nachfrage ist gering, dabei ist von den Kapazitäten noch Luft nach oben", betont Schneider, der das Projekt bereits vor zwei Jahren in Dormagen etabliert hat. Mit 40 Helfern sind die "Helfenden Hände" dort das Vorbild für Jüchen. Bisher ist in Jüchen aber nicht einmal jeder der zwölf Helfer zum Einsatz gekommen. Schneider ist aber zuversichtlich "Die Erfahrungen aus Dormagen zeigen, dass es einige Zeit dauert, bis sich das Projekt etabliert." Die Art der Hilfe, auf die das Projekt ausgerichtet ist, habe schließlich viel mit Vertrauen zu tun. "Viele Menschen haben erst Hemmungen, die Unterstützung einer fremden Person anzunehmen", versteht der Leiter des Netzwerks.

Heinz Schneider wünscht sich, dass sowohl auf Helfer-, aber auch auf Nachfrageseite das Projekt weiter wächst. Für die Zukunft könnten er und Anja Peltzer sich außerdem vorstellen, Kooperationen mit Schulen einzugehen.

Quelle: NGZ
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