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Jüchen
Herbert Knebel war die bessere Wahl statt Fußball

Jüchen: Herbert Knebel war die bessere Wahl statt Fußball
Herbert Knebel begeisterte das Publikum in Jüchen. FOTO: Lber
Jüchen. Fast alle der 583 Sitzplätze in der Peter-Giesen-Halle waren besetzt, als Herbert Knebel am Donnerstagabend sein neues Programm "Im Liegen geht's" vorstellte. Und selbst nach der Pause hatten sich die Reihen nur minimal gelichtet.

Wer sich gegen das große Spektakel "Fußball" und für den Kleinkünstler Knebel entschieden hatte, sollte die richtige Wahl getroffen haben: In der Garzweiler Halle gab es deutlich mehr zu lachen, als vor dem heimischen Fernseher. Herbert Knebel hat keine "Message" - er will sein Publikum unterhalten. Und das sollte ihm mühelos gelingen. "Das ist ein Applaus, der haut einen um", freute sich der "alte Nörgler". Und schon war er beim Thema: In dem Programm "Im Liegen geht's" sei "mangelndes Stehvermögen der rote Faden".

Knebel hatte sein musikalisches "Affentheater" zu Hause gelassen - nur Ozzy Oswald mit der Gitarre kam immer mal wieder mit auf die Bühne. Musik ist eine der tragenden Säulen der Programme - und für Knebel offenbar ein Jungbrunnen: Wenn er singt oder Gitarre spielt, ist Schluss mit der Hüftsteifheit. Ansonsten bewegt sich der Mann in Beige mit der blauen Kappe eher wie ein Wackel-Dackel auf der Bühne und das ist fast schon eine Art Markenzeichen - ebenso wie die gedrechselte Sprache und die Fähigkeit, Alltagserlebnisse so aufzubereiten, dass sie die Zuschauer erheitern. "Du kannst luhig Helbelt zu mil sagen", hatte er dem Chinesen Yin Yang zu verstehen gegeben, der die Möbel nach der "Cheng Fui"-Metholde ausrichtete: "Was mich am meisten stört ist, dass der Fernseher jetzt mit dem Bildschirm zur Wand steht", erklärte das Ruhrgebiets-Original. Die Lachmuskeln werden immer dann in besonderem Maße strapaziert, wenn Herbert Knebel aus dem Alltag berichtet. Köstlich auch die Geschichte des rothaarigen, dicknasigen Manuel, der sein Studium als Samenspender finanziert hat und den jetzt ständig seine Kinder besuchen: Und die sind Mischungen aus dem Sams und Pumuckl.

(barni)
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