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Jüchen
Immer mehr Bürger üben Kritik an Glasfaser-Baustellen

Jüchen: Immer mehr Bürger üben Kritik an Glasfaser-Baustellen
Der Glasfaserausbau schreitet zwar voran, aus den Dörfern der Gemeinde Jüchen kommen aber auch immer mehr Beschwerden. FOTO: Georg Salzburg
Jüchen. Gemeinde und Deutsche Glasfaser weisen auf ihre Beschwerdestellen und Hotlines hin. Von Gundhild Tillmanns

In den sozialen Medien werden Beschwerden über die Glasfaserbaustellen in Jüchen immer lauter. Die Gemeinde hatte zwar in der vergangenen Woche die Notbremse gezogen und auf ihre "Hotline" aufmerksam gemacht, an der drei Tiefbauingenieure für Fragen und Beschwerden zu erreichen sind. Gebuddelt wird aktuell in Otzenrath, Kelzenberg, Bedburdyck und Schaan. Laut Gemeindesprecher Norbert Wolf sind bei der "Hotline" seit vergangener Woche "zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen". Und er sichert zu: "Die Gemeinde geht jedem Hinweis nach. Es findet dann später noch eine abschließende Kontrolle statt." Bisher zielten die Beschwerden aber auf Mängel bei den Oberflächenarbeiten und nicht auf die Tiefbauarbeiten ab, stellt der Gemeindesprecher fest.

Ein anderes Bild ergibt sich aus Leserzuschriften und der aktuellen Diskussion in den sozialen Medien. Und nach wie vor wissen viele Bürger offensichtlich nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn der Bautrupp der Deutschen Glasfaser (DG) vor "ihrer Haustüre buddelt". Für Verwirrung sorgt zudem die Tatsache, dass der holländische Subunternehmer offensichtlich ein vielsprachiges Bauarbeiterteam beschäftigt. Nur deutsch sprechen die Arbeiter wohl nicht, wie beispielsweise Christel Arimond aus Kelzenberg beklagt. Bei der Glasfaserkabelverlegung werde der Straßenbelag in Kelzenberg "auf ganz unglaubliche Weise aufgerissen und verschlossen", meint die Anwohnerin und beklagt: "Leider spreche ich weder niederländisch, noch türkisch, noch rumänisch oder sonst eine Balkansprache, ansonsten hätte ich schon das Gespräch mit den vor Ort Arbeitenden gesucht. Denn deutsch und englisch waren von dieser Seite keine Option." Sie zweifle an der fachmännischen Ausführung der Tiefbauarbeiten. An der Landstraße "Im Kamp" werde wohl bereits von Amtswegen gründlich nachgebessert. Arimond fragt sich aber: "Was ist mit den Gemeindestraßen, soll da die Katastrophe bleiben? Wird da gewartet, bis die Schäden, die ohne Zweifel spätestens nach dem Befahren mit schweren Erntemaschinen oder nach Frost im nächsten Winter eintreten, das sichere Benutzen der Straßen unmöglich machen? Schon jetzt ist es für Fahrradfahrer gefährlich," meint die Kelzenbergerin.

Ein anderer Bürger hat sich zwar zunächst gefreut, dass die Glasfaserleitung bis an sein Haus verlegt wurde. "Blöd nur, dass die Bauarbeiter dabei ungefragt in meinen Garten eingedrungen, offensichtlich über meinen 1,80 Meter hohen Maschendrahtzaun geklettert sind und diesen dabei beschädigt haben", schreibt der Mann bei Facebook. Außerdem seien die zuvor fest einbetonierten Zaunpfähle jetzt locker und das Gartentor lasse sich nicht mehr richtig schließen, klagt der Anwohner.

Und ein Jüchener postet auf Facebook: "Schaan sieht aus wie ein Schlachtfeld. Die Kabelgräben wurden lediglich mit RC-Material abgedeckt, was durch Autoreifen längst wieder abgetragen wird. Dies führt zu nicht zu unterschätzenden Stolperfallen die Straße entlang oder auch quer darüber. Direkt vor meinem Haus verläuft eine Radwanderstrecke, ich warte nur darauf, dass der erste Radfahrer dadurch zu Fall kommt oder sein Gefährt beschädigt wird." Außerdem schauten Kabelstummel auf seinem Grundstück aus der Erde. Er behalte sich vor, die Kabelstummel kostenpflichtig entfernen zu lassen. "Das Gleiche gilt für die Verunreinigungen meiner Fassade, auf die ich die Arbeiter übrigens aufmerksam gemacht habe", schreibt der Bürger.

Ein weiterer Beschwerdeführer schreibt: Die Arbeit sei mangelhaft, die Platten nach der Kabelverlegung nicht richtig verlegt worden. Klagen gibt es in den sozialen Medien auch, das Büro der Deutschen Glasfaser sei in Jüchen nicht erreichbar. Die Sprecherin der Deutschen Glasfaser, Nicole Holländer, räumt zwar ein, dass besagtes Büro telefonisch nicht zu erreichen ist. Es gebe aber Sprechstunden für persönliche Anfragen, die auf der Homepage der DG zu finden seien. Von dem beschädigten Maschendrahtzaun habe die DG übrigens auch nur über Facebook erfahren, bedauert Holländer und ermuntert, Beschwerden sofort der Gemeinde oder der DG mitzuteilen: "Wir gehen grundsätzlich allen Meldungen mit unserem Beschwerdemanagement nach und sind auch fünf Jahre lang in der Gewährleistung für mögliche Schäden", verspricht Holländer. "Es ist uns wichtig, dass sich die Kunden auch tatsächlich bei uns oder bei der Gemeinde Jüchen melden," betont die DG-Sprecherin. Eine Diskussion in den sozialen Medien sei jedermanns gutes Recht, diene aber nicht dazu, die Beschwerden an die richtige Adresse zu richten und für Abhilfe zu sorgen. "Wir schicken unsere Bauleiter bei Beschwerden immer heraus", sichert sie zu.

Quelle: NGZ
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