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Jüchen
In Gierath feiern kleine und große Jecken in Rot und Weiß

Jüchen. Die Gala- und die Kindersitzung der KG Rot-Weiß Gierath-Gubberath kamen im beheizten Festzelt beim Publikum gut an. Von Angela Wilms-Adrians

Ein wenig Anspannung lag schon in der Luft, bevor die Kindersitzung der KG Rot/Weiß-Gierath-Gubberath startete. Ein, zwei rote Mini-Fünkchen übten schnell noch ein paar Schritte, ehe sie für ihren großen Auftritt mit dem Ensemble bereit waren. Immerhin eröffneten die Jüngsten der Tanzgarden die Kindersitzung im beheizten Festzelt an der Gubberather Straße. Einmal auf der Bühne meisterten die rot-weißen Minis mit quirligen Sprüngen ihre Aufgabe souverän.

Die Jüngsten zeigten sich pfiffig, so dass der jecke Dank ein Erfolg war. Sie waren allerdings nicht nur eingeladen, um gleichaltrigen Akteuren auf der Bühne zuzusehen. Zwischen Büttenrede, Tanz und Gesang gab es immer wieder Playback-Musikeinlagen, zu denen alle, die Lust hatten, sich nach eigenem Gusto auf der Bühne tummeln und anschließend den großen Abgang vorbei an den Stuhlreihen genießen konnten. Dabei schienen es bei jedem Mal mehr Jecken zu werden. Da schwenkte etwa eine kleine Hexe ihren Hut, während ein fröhlich lachender Obelix seitlich über die Bühne fegte.

Karneval von Kindern für Kinder hat bei der KG Rot Weiß Gierath-Gubberath Tradition. Seit mehr als 30 Jahren erprobt der Nachwuchs sein närrisches Talent. So dürften unter den begleitenden Eltern einige gewesen sein, die einst bei einer Kindersitzung erstmals Bühnenluft schnupperten.

Vivien Heikamp zeigte als Moderatorin, Tänzerin beim Gardetanz und Büttenrednerin im gelassenen Auftreten Erfahrung. Ebenso eifrig zeigten Louisa Popowski und Sophie Schmidt mit ähnlich wechselnden Aufgaben vollen Einsatz. Sabrina Fischer gab sich selbstbewusst als Sängerin und legte einen flotten Rap hin, der mit kräftigem Beifall belohnt wurde. Mit dabei waren natürlich auch die Roten Fünkchen und Roten Funken.

Schon am Vorabend fand die Galasitzung der KG Rot-Weiss-Gierath-Gubberath statt, wo der den Düsseldorfern zugeschriebene Narrenruf "Helau" erschallte. Auf jeden Fall fühlte sich die große Truppe mit Funkengarde, Regimentstöchtern, Marketenderinnen und Tanzpaar im Festzelt an der Gubberather Straße bestens aufgehoben. Der Kommandant schmeichelte gar Gisela Creutz, sie sei die attraktivste Sitzungspräsidentin, die er in der bisherigen Session erlebt habe.

Mit markiger Musik, schmucken Gardetanz und mutigen Hebefiguren, die bis zum Zeltdach reichten, sorgten die Bergheimer für einen stimmungsvollen Einstieg in die närrische Nacht. Eingeladen waren die Live Band "Kölsche Adler" und die Party-Power Showband "Das Fiasko". Doch im Wesentlichen traten Eigengewächse auf. "Alle Jecken an die Macht, bis das Herz vor Freude lacht", hatte die KG die Gala überschrieben. Thomas Müller nutzte die Narrenfreiheit, um Bürgermeister Harald Zillikens ins Visier zu nehmen. Er spottete über vergessene Parkplätze bei der Bebauungsplanung und unnötig große Bushaltestellen. Zum Selbstverständnis der Gierath-Gubberather Jecken versicherte Müller entschieden: "Terror, Ausgrenzung und Fremdenhass haben bei uns keinen Platz". Seit Jahren beim lokalen Karneval mit dabei, war Hermann-Josef Maaßen gekommen - als Mann, der das Leben liebt. Mit Selbstironie verwandelten sich Sitzungspräsidenten Gisela Creutz und Sofie Klassen zu gebrechlichen Veteraninnen der Roten Funken von 1800 als "Drieß en de Pief".

Quelle: NGZ
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