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Jüchen
In Jüchen boomt die Logistikbranche

Jüchen: In Jüchen boomt die Logistikbranche
Antonio Sanchez ist Chef des mittelständischen Logistikunternehmens Log-sa an der Neusser Straße in Jüchen. Sanchez bestätigt den Aufwärtstrend, den die IHK-Studie seiner Branche bescheinigt. FOTO: L Ber
Jüchen. Die Gemeinde Jüchen ist ein bedeutender Logistikstandort. Das mittelständische Unternehmen Log-sa bestätigt den Aufwärtstrend. Von Gundhild Tillmanns

Die regionale Logistikbranche wird jetzt in einer Studie im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein als "Schmierstoff" für die heimische Wirtschaft beschrieben. Die aktuelle Studie der Prognos AG weist nach, dass die Logistikbranche regional besonders expandiert. Einer der bedeutenden Logistikstandorte ist die Gemeinde Jüchen.

Laut der von der IHK beauftragten Studie ist die Logistikbranche am mittleren Niederrhein klar mittelständisch geprägt. Zwischen 2008 und 2015 sei die Mitarbeiterzahl um 36 Prozent gestiegen: auf Landesebene nur um 9,7 Prozent. Diesen Trend kann auch Antonio Sanchez bestätigen. Er ist Chef des an der Neusser Straße in Jüchen ansässigen mittelständischen Unternehmens Log-sa/ Logistik Sanchez.

Er sagt: "In meinen Augen hat sich die Logistikbranche in unserer Region sehr positiv entwickelt. Mit 3 M/Spedition, Kleine, Zalando, C&A, Primark und anderen haben sich sehr namhafte Unternehmen hier niedergelassen." Er habe vor drei Jahren noch ein Team von sechs Mitarbeitern gehabt. Heute beschäftige er elf Mitarbeiter, davon drei in einem neu eröffneten Büro in Köln. "Und unseren eigenen Fuhrpark haben wir vor drei Jahren angeschafft und bis dato auf fast 30 Auflieger aufgestockt", betont der Unternehmer. Die Prognos-Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis: Neben den klassischen logistischen Leistungen wie Transport, Lagerhaltung, Verteilung und Kommission von Waren übernähmen die Logistiker zunehmend auch sogenannte Value added services wie Planung und Beratung, die Etikettierung und die Qualitätskontrolle. Dieser Trend werde im Zuge der weiteren Digitalisierung an Bedeutung gewinnen. Und die Entwicklung werde Auswirkungen auf das Berufsbild haben: Die bislang in der Logistik beschäftigten "einfachen" Lagerarbeiter würden zunehmend durch Fachkräfte ersetzt.

Antonio Sanchez hat in seinem Unternehmen zwar weniger mit Logistkdienstleistungen direkt zu tun, sondern vornehmlich das Speditionsgeschäft im Fokus. Er sagt aber: "Generell gebe ich der IHK Recht. Denn wir übernehmen immer mehr Aufgaben von der Industrie, die diese im Outsourcing an die Logistik vergibt. Die Industrie erwartet immer mehr Fachwissen und Ausbildung oder Fortbildung von den Logistikern. Und diese müssen dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter diese Kriterien erfüllen oder sich durch interne Fortbildungsmaßnahmen aneignen." Einen zentralen Punkt spricht IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz mit den infrastrukturellen Rahmenbedingungen an. Er fordert dringend den längst überfälligen Ersatzbau der Leverkusener Rheinbrücke auf der A 1, den sechsspurigen Ausbau der A 61, des Autobahnrings um Mönchengladbach mit der Fortsetzung über die A 44 bis zum Kreuz Meerbusch und der A 52 bis zum Kreuz Kaarst. Steinmetz fordert außerdem den Ausbau der Schienenverbindungen, mehr Verfügbarkeit von Flächen für die Ansiedlung von Logistikbetrieben und deren Breitbandanbindung. Dem kann sich der Jüchener Logistikunternehmer nur anschließen: "Man muss nur freitags die Staunachrichten hören. Wie viel Zeit die Fahrer da im Stau vergeuden und für die Unternehmen gleichzeitig Personalkosten in die Höhe treiben, ist kaum vorstellbar", sagt Sanchez.

Da wäre der Autobahnausbau auch aus seiner Sicht sicherlich eine gute Lösung, zumal ja nicht nur der Lkw-Verkehr zunehme. Und Sanchez schließt sich auch den Forderungen nach einem Ausbau des Breitbandnetzes an. Denn da immer mehr Datenaustausch zwischen Industrie und Logistik stattfinde, steige entsprechend auch das Datenvolumen. Umso mehr sei ein schnelles Netz erforderlich, hebt der Logistikunternehmer hervor.

Quelle: NGZ
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