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Jüchen
Infrastruktur für Radler wird verbessert

Jüchen: Infrastruktur für Radler wird verbessert
Wollen Jüchen zu einer fahrradfreundlichen Gemeinde machen: Catarina Dias Pais (r.) und Annika Schmitz. FOTO: L b
Jüchen. Lücken im Radwegenetz schließen, mehr Abstellplätze, Fahrradstationen an beiden Bahnhöfen und mehr Dienstfahrräder in Firmen: Das sind einige Beispiele aus dem Konzept, das Jüchen fahrradfreundlicher machen soll. Von Daniela Buschkamp

Wie kann Jüchen fahrradfreundlicher werden? Antworten haben die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs und der "Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland" bei einer Umfrage gesammelt: Etwa: "Bessere, ebene Fahrradwege" oder "Rad- und kombinierte Geh- und Radwege entlang der Landstraßen, um sicherer unterwegs zu sein".

Aus Anregungen der Radler und eigenen Ideen einer Verwaltungs-Arbeitsgruppe ist das neue Konzept "Fußgänger- und fahrradfreundliches Jüchen" entstanden. Damit bewirbt sich die Gemeinde um die Aufnahme in die "Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinde und Kreise" (AGFS). Ihre Chance: Sie kann Landesfördermittel erhalten. Zu den Kosten äußert sich Bürgermeister Harald Zillikens zurückhaltend: "Wir wollen jetzt erstmals das grobe Konzept vorstellen." Über die möglichen Ausgaben sollen sich Verwaltung und Politik bei den nächsten Haushaltsberatungen Gedanken machen.

"Zwölf Prozent aller Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer", sagt Jüchens Wirtschaftsförderin Annika Schmitz. Solche Distanzen könnten im Fahrradsattel statt im Autositz zurückgelegt werden. Denn zu viel Verkehr beeinträchtige die Lebensqualität: Volle Straßen, Lärm, fehlende Parkplätze seien die Folgen - Mensch, Umwelt und Klima würden belastet.

Ideen, um das Radeln attraktiver zu machen: "Mehr Rad-Abstellplätze etwa vor dem Rathaus, vor Schulen, öffentlichen Gebäuden, Sportstätten und Hallenbädern, bei Firmen in Gewerbegebieten, an zentralen Plätzen oder Bahnhöfen", sagt Schmitz. Weiterhin sei zu prüfen, ob an den Bahnhöfen Jüchen und Hochneukirch die Nachfrage und die Möglichkeit bestehen, eine Fahrradstation einzurichten. Dort könnten Drahtesel geparkt, aber auch repariert oder gemietet werden. Auch Firmen könnten Radfahren attraktiver machen, indem sie etwa Dienstfahrräder zur Verfügung stellen, privilegierte Parkplätze für Radler bieten oder Erfrischungsräume einrichten.

Ein Ergebnis der Bestandsaufnahme: In der Flächengemeinde klaffen zwischen den Radwegen vielfach Lücken. Etwa auf der Landstraße 116 zwischen Wey, Hoppers und Neuenhoven, an der L 32 zwischen Neuenhoven und Wallrath, an der L 31 zwischen Jüchen, Kelzenberg und Wey, an der L 71 zwischen Bedburdyck und Grevenbroich-Hemmerden oder an der Kreisstraße 13 zwischen Stessen, Rath und Neuenhoven. Manchmal könnte auch ein Schutzstreifen genügen, erläutert Catarina Dias-Pais vom Amt für öffentliche Infrastruktur. Ein Beispiel: die Ortsdurchfahrt von Bedburdyck und überörtliche Gemeindestraßen.

Um auf Routen hinzuweisen, sollen diese mit Schildern ausgewiesen werden. Für das Radverkehrsnetz werden weiße Schilder mit roter Schrift und Entfernungsangaben verwendet. Diese können durch das Knotenpunktsystem des Rhein-Kreises Neuss ergänzt werden.

Quelle: NGZ
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