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Jüchen
Jäger fürchten um Hasen und Fasane

Jüchen: Jäger fürchten um Hasen und Fasane
Peter Kallen (r.) ehrt seinen Vorgänger Heinrich Thywissen. FOTO: S. Koch
Artgerechte Biotope sollen das Niederwild schützen. Dieses Thema dominierte die Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft Neuss im Haus Schellen. Von Marion Lisken-Pruss

Um den Fortbestand von Hasen, Fasanen und Rebhühnern sorgen sich die weit mehr als 100 Jäger, die zur Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Neuss in Haus Schellen in Pesch zusammengekommen waren. "Die Niederwild-Bestände sind dramatisch zurückgegangen. Auch Lerchen und Kiebitze sind bedroht", sagte Peter Kallen, Vorsitzender der Kreisjägerschaft. Eine Erklärung für den Rückgang, der in weiten Teilen Deutschlands zu beobachten ist, haben die Jäger nicht. Vermutlich spielen viele Faktoren eine Rolle: Die wachsenden Bestände von Füchsen, Mardern und Krähen, sowie Umweltgifte und eine immer intensivere Landwirtschaft. Umso mehr freut sich Kallen über die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Bauern: Diese legen vermehrt Blühstreifen in ihren Feldern an, um Biotope für Tiere zu schaffen. Blühstreifen sind bis zu zwölf Meter breit, liegen weitab der Feldwege und dürfen drei Jahre lang nicht untergepflügt werden. "Hier wachsen Mohn, Kamillen oder Kornblumen. Blühstreifen bieten wildlebenden Tieren Schutz während der Brutzeit und ganzjährig Nahrung. Und sie sehen auch noch gut aus", erläuterte Kreisbauernschafts-Chef Wolfgang Wappenschmidt.

Über weitere Möglichkeiten, den Lebensraum für wildlebende Tiere zu verbessern, referierte Professor Wolfgang Schumacher. Der Vize- Vorsitzende der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ist ausgewiesener Experte für Biotopverbesserungen und Artenschutz. Noch ein Thema trieb die Jäger um: Das neue Jagdrecht in NRW. "Es ist praxisfern und behindert die nachhaltige Jagd sowie den Artenschutz", klagte Peter Kallen. Tiere sind aus der Liste der jagdbaren Arten gestrichen worden; die Jagd mit Totschlagfallen wurde ebenso untersagt wie die Jagd mit Hunden auf Füchse. Die Jäger sammeln noch bis Ende Juni Unterschriften für ein "ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht in NRW". Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sagte in seinem Grußwort, dass man die Gesetzesänderung nicht als vernünftige Jagdpolitik bezeichnen könne.

Zu den wohl bekanntesten Gästen des Abends gehörte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, der mit seiner Ehefrau und UNESCO-Botschafterin Ute-Henriette Ohoven nach Pesch gekommen war und für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Kreisjägerschaft geehrt wurde. Zuvor hatte Peter Kallen zwei weitere Jäger mit der Verdienstnadel des Deutschen Jagdverbandes in Silber ausgezeichnet: Seinen Amtsvorgänger Dr. Heinrich Thywissen sowie Erich Segschneider als Obmann für das jagdliche Brauchtum.

Quelle: NGZ
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