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Jüchen
"JC" bietet seit 40 Jahren zweites Zuhause

Jüchen: "JC" bietet seit 40 Jahren zweites Zuhause
Christiane Wünsche (l.) und Sandra Orlowski leiten das JC. FOTO: mreu
Jüchen. Mit einem Tag der offenen Tür feiert das Jugendcentrum Holzbüttgen seinen runden Geburtstag. Von Elisabeth Keldenich

Wo gehen Kinder und Jugendliche 1975 in Kaarst hin, wenn sie Kino, Disco oder Party erleben wollen und einen gemeinsamen Treffpunkt suchen? In das neu eröffnete Jugendcentrum (JC) neben der evangelischen Lukaskirche in Holzbüttgen, der geographischen Ortsmitte. Das feiert sein 40-jähriges Bestehen am Samstag, 13. Februar, mit einem Tag der offenen Tür von 13 bis 17 Uhr. Dafür werden noch alte Fotos gesucht.

Christiane Wünsche, Diplom-Sozialarbeiterin und Leiterin des JC, erinnert sich noch gut an die Anfänge. Die 49-jährige hielt sich ab dem 16. Lebensjahr regelmäßig im JC auf, seit 1991 ist sie dort hauptberuflich tätig. "Hier wurde sogar Punk, Heavy Metal und Reggae geprobt", erzählt sie. Zwei ehemalige Kindergartenräume bildeten den Grundstock des Zentrums, das sukzessive ausgebaut wurde und heute über zahlreiche Räume wie Wohnzimmer, Küche, Billardraum und Spielekeller verfügt. "Die Bezeichnung der Räume ist bewusst heimelig gewählt", erklärt die stellvertretende Leiterin Sandra Orlowski, ebenfalls ein "Urgestein". Während die Sozialpädagogin die Jugendlichen betreut, kümmert sich Wünsche um die Kinder. "Die Angebote sind für jeden gedacht und konfessionsunabhängig", erläutert Wünsche. Große Bedeutung kommt dem Einsatz der mehr als 100 Ehrenamtlichen zu. In 40 Jahren haben sich Angebot und Bedarf verändert. Gab es früher noch das "JC on tour" mit eigenem Bus und Renovierungsaktionen, steht jetzt die Medienarbeit im Vordergrund. "Wir haben als erste Einrichtung bereits 1998 mit Internet und Computer gearbeitet", betont Orlowski. "Demnächst bieten wir eine Ideenwerkstatt rund um Technik und Medien an", ergänzt Wünsche. Sie beobachtet, dass das Alter der Nutzer gesunken ist. Grundschulkinder kommen oft nach der Ogata-Betreuung, um zu Hause nicht allein zu sein. Die Teilnahme an den Kindernachmittagen ist unverbindlicher geworden.

Auch bei den Jugendlichen beobachtet Orlowski große Veränderungen. "Durch starke schulische Einbindung und früheren Lehrbeginn haben viele keine Zeit mehr", erklärt sie. Daher habe man die Angebote auf 18 Jahre begrenzt und nicht wie früher bis 25 Jahre gedehnt. Disco und Party gibt es nicht mehr, aber Gesellschaftsspiele und der Kicker stehen nach wie vor hoch im Kurs. "Kurzfristige Angebote kommen eher an", weiß Wünsche. Die offene Tür ist das Kerngeschäft. "Hier können Kinder ohne Leistungsdruck Kinder sein", sagt sie. Orlowski ergänzt: "Jugendliche genießen - selbstverständlich auf der Grundlage sozialverträglicher Regeln - bei uns einen großen Freiraum. Wir signalisieren einfach, dass wir da und ansprechbar sind!" Der Kontakt zu den Eltern bleibt wichtig und wird gepflegt. Die beiden Fachfrauen fungieren als Vertrauenspersonen. "Für einige Kinder ist das JC auch ein Ersatzzuhause, deshalb kommen manche in Hausschuhen", sagt Wünsche schmunzelnd und wertet das als Zeichen echten Heimatgefühls. Als größten Vertrauensbeweis betrachtet sie, dass viele Ehemalige ihre Kinder ins JC schicken.

Info Samstag, 13. Februar, von 13 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür: Basteln, Pizzabacken, Billard, Kicker, Gesellschaftsspiele u.v.m. Ab 19 Uhr Party für Jugendliche ab 16 Jahren und alle ehemaligen haupt- und nebenamtlich Tätigen, Ehrenamtliche und alle, die sich dem JC verbunden fühlen. Alte Fotos an: JC@Jugendcentrum.de

Quelle: NGZ
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