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Jüchen
Jecke sorgen für Kammellenregen

Jüchen: Jecke sorgen für Kammellenregen
Ausgelassene Stimmung herrschte am Samstag auf den Straßen von Otzenrath und Spenrath: Die Jecken sparten nicht am Wurfmaterial. FOTO: lothar berns
Jüchen. In Otzenrath-Spenrath und Garzweiler feierten mehrere hundert Narren den Höhepunkt der Session bei Umzügen. Die bunt verkleideten Karnevalisten legten sich mächtig ins Zeug - und brachten vor allem Kinderaugen zum Funkeln. Von Karin Verhoeven, Gundhild Tillmanns und Christian Kandzorra

Samstagnachmittag, 15.33 Uhr - eigentlich Bundesligazeit. Diesmal aber nicht in Otzenrath-Spenrath. Denn im Doppeldorf tobte am Samstagnachmittag gewissermaßen der Bär: Mit viel "Otzenrath helau" und jeder Menge Wurfmaterial startete der Karnevalsumzug unter dem Motto "Mer Jecke trecke" pünktlich von der Baumstraße aus in Richtung Festzelt. Vorne weg rollte der Wagen des Vereins "Jugend en de Bütt", dicht gefolgt vom Wagen des Prinzenpaares "Pitter und Larissa". Genau genommen heißt "Pitter" Britta Krahwinkel. Doch weil's diesmal keinen Prinzen gibt, wurde aus "Britta" für die Karnevalstage kurzerhand "Pitter" an der Seite der Prinzessin Larissa Frentzen.

Der Otzenrather Umzug wird jedes Jahr ein wenig größer, denn mit gut 330 Zugteilnehmern und geschätzten 5000 Zuschauern waren es diesmal noch mehr Menschen als in den Vorjahren, die bei fast frühlingshaftem Wetter den jecken Umzug genossen. Mit dabei waren auch Sofia und Wolfgang Heyers aus Jüchen, die mit ihren Fahrrädern da waren und erklärten: "Wir sind immer an Karneval hier. Der Zug in Otzenrath ist so schön!"

In grünen Latzhosen durchs Dorf: In Garzweiler zogen am gestrigen Tulpensonntag feiernde Gärtner voraus. FOTO: Berns, Lothar (lber)

Für Lucia (6) und Antoinetta (8) aus Viersen aber war die Hauptsache, dass sie ganz viel Popcorn, Bounties, Schaumküsse und andere Köstlichkeiten sammeln konnten - ihre Tragebeutel waren in kürzester Zeit randvoll. Mutter Julia Mannu freute sich: "Hier werden die Kinder nicht gedrängelt." Und auch Monika Bergers aus Sasserath mit ihren Kindern Lucas (8) und Emilia (7 Monate) sagte strahlend: "Besonders für die Kinder ist es eine Freude."

Am Straßenrand herrschte super Stimmung. Erstmals gab es zwei Live-Kapellen: Die "Jägerkapelle" und das "Fanfarenkorps Schöpp op Eicken" heizten den Narren kräftig ein. Zudem gab es reichlich mobile Musikanlagen in Trolleys, Handkarren und Kinderwagen. Und: Alle Gruppen warfen sich mächtig in Schale. So spazierten viele als "Glücksbärchen", "Könige", manche sogar als "Erstklässler" oder "Steinzeitmenschen" durch die Straßen. Mit dabei war auch die Prinzessin der "Nökircher Jecke" Ela Cakir (8) mit ihrer Garde.

Wie immer beeindruckten die Jecken aus dem benachbarten Hackhausen. Diesmal begeisterten sie das Narrenvolk mit einem riesigen, in Holz gehüllten Großwagen mit der Aufschrift "Hackhausener Skihütte". Die Gruppe selbst kam in Krachleder. "Wir haben an dem Wagen fast jedes Wochenende seit Dezember gebaut", berichtete Karnevalsfreund Norbert Kaluza. Am späten Nachmittag kam der Narrenzug schließlich am Festzelt an, wo eine große Karnevalsparty stieg.

Ähnlich wie in Otzenrath ließen es auch die Jecken in Garzweiler nach ihrem Umzug am gestrigen Tulpensonntag krachen. Der Zug dort wird zwar immer kleiner, gefeiert wird dort aber trotzdem ausgiebig. Und den rund 250 Narren ist es gelungen, aus ihrem kleinen Umzug einen besonders feinen zu machen. Passend zum Tulpensonntag zog etwa eine Gruppe vom Floraweg aus als Gärtner verkleidet durch Garzweiler. Mit von der Partie waren auch der Damenclub sowie die "Garzwiller Boschte". Sie alle heizten dem Publikum ordentlich ein - und trafen sich zur "After-Zoch-Party" im Zelt.

Quelle: NGZ
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