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Jüchen
Jenseits von Kelzenberg - da beginnt die Kongo-Mission

Jüchen: Jenseits von Kelzenberg - da beginnt die Kongo-Mission
Elisabeth Gohl im Jahr 2004 bei einem Wiedersehen mit "ihren" Missionskindern im Kongo. FOTO: privat
Jüchen. Seit 25 Jahren unterstützt die Kirche Kelzenberg die Missionare Elisabeth und Hans-Peter Gohl. Von Gundhild Tillmanns

Weite Wege können manchmal ganz kurze werden - wenn es um die gemeinsame Sache geht: Das wissen die Kongo-Missionare Elisabeth und Hans-Peter Gohl und ihre Freunde in der evangelischen Kirchengemeinde Kelzenberg. Die Gohls stammen aus Wermelskirchen und werden seit nunmehr 25 Jahren bei ihren Kongo-Hilfsprojekten von den Kelzenbergern unterstützt. Die dörfliche Gemeinde wollte ein Projekt in der sogenannten Dritten Welt unterstützen und hatte sich bei der Vereinigten evangelischen Mission in Wuppertal nach Kontaktleuten aus der Region erkundigt. So waren die Niederrheiner auf das Ehepaar aus dem etwa 70 Kilometer entfernten Dörfchen Wermelskirchen-Dhünn gestoßen.

"Längst ist eine gute Freundschaft zwischen uns und den Gohls entstanden", berichtet die Kelzenberger Pfarrerin Gabi Beuscher. Es sei immer ein begeisterndes Erlebnis, wenn die Gohls in ihrer authentischen und überzeugten Art von ihrer Mission berichteten. "Und wir wissen immer ganz genau, wo unsere Spenden hingehen und was daraus wird", betont die Pfarrerin.

Elisabeth und Peter Gohl bei ihrer ersten Missionsarbeit im Jahr 1982. FOTO: privat

Denn obwohl Hans-Peter Gohl bereits 79 Jahre alt ist - seine Frau Elisabeth 80 - reisten sie noch bis vor kurzem regelmäßig in den Kongo. Sogar in der Bürgerkriegszeit ist Hans-Peter Gohl noch mit einer Sondererlaubnis im Kongo unterwegs gewesen. Geblieben sind auch rege Kontakte durch Besuche von Kongolesen in Deutschland - Briefe und E-Mails. Und im vergangenen Jahr war Gohl erneut im Kongo. Nach dem Krieg sei dort "alles wieder friedlich", sagt er.

Nach Kelzenberg kommen die Gohls spätestens wieder in der zweiten Jahreshälfte. Dann berichten sie über ihre Teestubenarbeit, die sie im Keller ihres Hauses im Bergischen Land mit behinderten Menschen betreiben. Jeden Sonntag holt das Paar, und übrigens auch schon der Sohn, 20 bis 25 Behinderte aus einem Wohnheim zur Teestube ab, wo es eine kleine Andacht und die Möglichkeit zum Plausch gibt.

Auch im neuesten Gemeindebrief "Typisch Kelz" berichten Gohls wieder aus ihrer Missionarszeit. So wird die Freundschaft der Gemeinde mit den Gohls zu einem Geben und Nehmen. Denn die Kelzenberger Flüchtlingshilfe, die die Gemeinde in der Notunterkunft, in ihrem Begegnungscafé und im Deutschunterricht leistet, wird wiederum durch die Erfahrungen der Gohls bei "den schwarzen Engeln ohne Flügel", wie sie die Afrikaner erlebt haben, inspiriert.

Jenseits von Kelzenberg beginnt Afrika: Dieser Eindruck entsteht immer spätestens dann, wenn Hans-Peter Gohl die Trommeln herausholt und packend wie ein Griot zu erzählen beginnt. Solche Besuche mit Berichten aus der Missionarsarbeit geben Gohls zwar auch in Gemeinden in Moers oder Velbert: "Der Kontakt nach Kelzenberg ist aber der intensivste", sagt der 79-Jährige, der nicht ausschließen will, auch weiterhin zwischen Deutschland und Afrika zu pendeln: "Ich fahre da aber nicht so hin, wie man nach Mallorca reist. Wenn ich in den Kongo reise, dann gibt es einen Grund, dann werde ich gerufen", sagt der gläubige Christ.

Quelle: NGZ
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