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Forschungsunternehmen "InWis"
Jüchen braucht mehr Mietwohnraum

Forschungsunternehmen "InWis": Jüchen braucht mehr Mietwohnraum
Das Forschungsunternehmen "InWis" empfiehlt, in der Gemeinde den Bau von Mehrfamilienhäusern zu forcieren - hier Häuser in Otzenrath. FOTO: G. Salzburg
Jüchen. Experten rechnen damit, dass die Gemeinde bis 2030 um 4,1 Prozent wächst. Der Bedarf an Wohnraum steigt - insgesamt sollten die nächsten 13 Jahre 758 neue Wohneinheiten geschaffen werden. Auch im Fokus: der Soziale Wohnungsbau. Von Christian Kandzorra

Der Rhein-Kreis Neuss segelt mit im Wind der großen NRW-Metropolen - und rückt seit einiger Zeit verstärkt in den Fokus der Menschen, die in die Region ziehen möchten. Von steigenden Preisen für Mietwohnungen und Häuser in den großen Städten können auch die kleinen Kommunen im Rhein-Kreis profitieren, zu denen die Gemeinde Jüchen zählt: Experten prognostizieren eine sehr positive Bevölkerungsentwicklung für die nächsten Jahre. Was das genau für die Gemeinde bedeutet, erklärte Malin Leidecker als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bochumer Forschungsunternehmens "InWis" jetzt im Hauptausschuss. Der Analyse ihres Unternehmens zufolge dürfte Jüchen bis zum Jahr 2030 um 4,1 Prozent wachsen.

Das birgt neue Herausforderungen für die Gemeinde, in der momentan in erster Linie Häuser als Eigenheime gebaut werden. Denn künftig dürfte laut Prognose vor allem der Bedarf an kleineren, bezahlbaren Wohnungen für Alleinstehende und ältere Menschen steigen. "In Jüchen werden bis 2030 wohl deutlich mehr ältere Menschen wohnen, obwohl die Gemeinde eigentlich eine Kommune ist, in der viele jüngere Menschen leben", sagte Leidecker im Ausschuss. Den Kommunalpolitikern stellte sie ein Annahme-Modell für den Wohnungsbedarf bis 2030 vor, das auf Grundlage verschiedener Daten entstanden ist. Das Bochumer Forschungsunternehmen hat zahlreiche Statistiken etwa vom Landesbetrieb IT.NRW ausgewertet, den Wohnungsmarkt im Internet und anderen Medien beobachtet sowie Daten von Kreis und Gemeinde analysiert, um auf realistische Ergebnisse zu kommen. Das Forschungsunternehmen rechnet mit einem Zusatzbedarf von 758 Wohneinheiten für Jüchen.

Die gute Nachricht: Die Gemeinde verfügt etwa bei Einbezug des Quartiers Jüchen-West über genügend Flächen, um dem Bedarf gerecht werden zu können. Die Schwierigkeit: Jüchen muss verstärkt auf Mehrfamilienhäuser setzen und auch dafür sorgen, dass im Gemeindegebiet mehr öffentlich geförderter Wohnraum entstehen kann. Malin Leidecker sprach im Ausschuss von einem "hohen Bedarf" an öffentlich geförderten Wohnraum, der sich für die nächsten Jahre abzeichne. Sie nannte konkrete Zahlen: Demnach sollten in den nächsten Jahren 245 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern entstehen, deren Bau öffentlich gefördert wurde. Mit eingerechnet sei auch der Bedarf, der durch den Flüchtlingszuzug entstanden sei.

Bis 2030 sollten pro Jahr in Jüchen 55 Wohneinheiten - Mietwohnungen und Eigenheimen - fertiggestellt werden, um dem Bedarf gerecht werden zu können. Die Gemeinde ist bereits auf einem guten Weg, wenn in ihr ähnliche Bautätigkeiten wie in den vergangenen Jahren fortgeführt werden. Allerdings empfehlen die Experten, das Verhältnis zugunsten des Baus neuer Mehrfamilienhäuser zu ändern und entsprechende Investitionsanreize zu schaffen - auch für den Sozialen Wohnungsbau, der vielerorts immer noch mit einem Imageproblem zu kämpfen hat.

Quelle: NGZ
 
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