| 12.17 Uhr

Jüchen
Feuerwehr birgt Toten vom Balkon

Jüchen . Einem Nachbarn ist bereits am Donnerstag, wie jetzt erst bekannt wurde, ein leblos auf seinem Balkon sitzender Mann aufgefallen. Er alarmierte die Feuerwehr Jüchen, der Mann war jedoch nicht mehr zu retten.

Die Einsatzkräfte verschafften sich mit einer Leiter Zutritt zu dem Balkon an der Peter-Busch-Straße in Hochneukirch und versuchten noch gemeinsam mit dem Rettungsdienst eine halbe Stunde lang, den Mitte 60-Jährigen zu reanimieren.

Es konnte laut Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels aber nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden, der wohl schon längere Zeit auf einem Stuhl auf seinem Balkon gesessen haben müsse.

Zahlreiche Hilfseinsätze

Eine Woche voller Hilfeleistungseinsätze liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Jüchen, die weiterhin laut Abels eine "extreme Zunahme der Einsatzzahlen" feststellen muss. So seien bis Sonntag im ersten Quartal 2017 bereits 73 Feuerwehreinsätze gefahren worden.

Im Vergleich dazu waren es im ersten Quartal 2016 insgesamt nur 35 Einsätze. "Wenn man bedenkt, dass wir das alles mit unseren Ehrenamtlern stemmen müssen, dann wird es immer schwerer, die Einsatzdichte zu bewältigen", gibt der Feuerwehrchef zu bedenken.

Allerdings stellten auch seine Kollegen kreisweit eine vergleichbar hohe Zunahme bei den Einsatzzahlen fest, weiß Abels. Bemerkenswert in Jüchen sei vor allem die Zunahme von Hilfeleistungseinsätzen.

Dafür gibt gerade die vergangene Woche mit insgesamt sieben Hilfeleistungeinsätzen ein anschauliches Beispiel. Neben dem tragischen Einsatzgeschehen am Donnerstag gab es zwei Einsätze zur Beseitigung von Ölspuren, eine Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall, eine Nottüröffnung und einen Wassereinsatz.

Ein Keller in Gierath stand 40 Zentimeter hoch unter Wasser. Mit zunächst 14 Mann und zwei Fahrzeugen, die aber teilweise wieder abgezogen werden konnten, rückte die Feuerwehr an, um den Keller auszupumpen. Ein Versicherungsschaden, der mit etwa 800 Euro, aber bei voller Mann- und Fahrzeugstärke auch das Doppelte gekostet hätte, wie Abels auf Redaktionsnachfrage vorrechnet.

Und besonders ärgerlich für die Gemeindekasse sind Ölspurbeseitigungen, wie die am Samstag in der Hildegard-von-Bingen-Straße, wo der Verursacher unbekannt sei und nicht haftbar gemacht werden könne.

(gt)