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Jüchen
Jüchen fordert neue Autobahnanbindung

Jüchen: Jüchen fordert neue Autobahnanbindung
Bürgermeister Harald Zillikens überreicht NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst einen Plan, wo er sich eine Autobahnanbindung auf Jüchener Gemeindegebiet für das gemeinsame Gewerbegebiet mit Grevenbroich wünscht. FOTO: G. Tillmanns
Jüchen. Der Verkehrsminister soll sich für eine Anbindung der A540 fürs Gewerbegebiet einsetzen, wünscht der Bürgermeister. Von Gundhild Tillmanns

Noch keine 100 Tage im Amt, so weiß der neue NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst aber längst, dass er zwar immer wieder Wünsche zu hören bekommt, dazu aber keine Versprechungen machen sollte. Und schon tischte Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens dem Minister - bestens mit einem Dossier samt Lageplan vorbereitet - seinen "Wunschzettel" bei der "Tafelrunde" der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) auf. Ansgar Heveling MdB hatte den Minister als Wahlkampfunterstützer eingeladen. 18 Mittelständler aus Jüchen, Korschenbroich, Grevenbroich, Meerbusch, Krefeld, Mönchengladbach und "zielgerichtet" der Jüchener Bürgermeister waren mit dabei. Und der warb beim NRW-Verkehrsminister ausdrücklich für eine Autobahnanbindung auf Jüchener Gemeindegebiet zur Erschließung des geplanten gemeinsamen Gewerbegebietes mit Grevenbroich.

Auf einem Plan zeigte Zillikens, wie er sich eine unmittelbare Autobahnanbindung von der A 540 auf die A 46 vorstellt und betonte zwei Vorteile dieser Lösung: Das von ihm favorisierte Gebiet sei kaum besiedelt, so dass auch keine Anwohner durch den An- und Anlieferverkehr derr Lkw für das Gewerbegebiet mit 24-Stunden-Betrieb gestört würden. Und RWE werde als Tagebaubetreiber die Kostenlast für eine solche Baumaßnahme tragen, betonte Zillikens. Wie in seinen ersten Ministertagen sicherlich schon vielfach praktiziert, gab Wüst auch für dieses Ansinnen aus Jüchen keinerlei Versprechungen für eine Realisierung ab. Er hörte Zillikens aber aufmerksam zu, nahm die vorbereiteten Unterlagen mit nach Düsseldorf und versprach dann aber doch: "Ich werde mich drum kümmern."

MdB Ansgar Heveling mit Minister Hendrik Wüst in Jüchen. FOTO: . Salzburg.

Dafür gab's als "Revanche" die scherzhafte Einladung: "Sie dürfen hier jederzeit wieder landen, bei uns gibt es keine Landebeschränkungen", verabschiedete Zillikens den Minister. Denn kurz zuvor war es auch um den überlasteten Flughafen Düsseldorf und die Gratwanderung zwischen Ruhezeiten und einer von der Wirtschaft gewünschten Kapazitätserweiterung gegangen. Für die heimischen Mittelständler sei der Düsseldorfer Flughafen ein entscheidender Standortfaktor, ohne den es zum Beispiel den 3M-Konzern in Jüchen nicht geben würde, hieß es aus der Runde.

Heveling hatte mit Hendrik Wüst gestern nach dem Besuch von Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf Schloss Dyck die zweite hochkarätige Wahlkampfunterstützung nach Jüchen gebracht. Wüst appellierte an Heveling, er möge sich im Falle seiner Wiederwahl mit dafür einsetzen, dass Berlin die notwendigen Mittel für die Verkehrsinfrastruktur in NRW bereitstellt. "Denn wir sind das Stauland Nummer eins", gab Wüst zu, klagte aber sogleich die abgewählte rot-grüne Landesregierung an. Die habe es sogar in Zeiten, als das Geld dafür vorhanden gewesen sei, versäumt, in den Straßenbau zu investieren.

Oberste Priorität, auch um wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben, sei nun, das Straßennetz in NRW zu reparieren, zu sanieren, auszubauen und neu zu bauen. Für diese Riesenaufgabe, das Versäumte nachzuholen, müsse aber auch die Bauverwaltung des Landes mit mehr Personal ausgestattet werden, um mehr Fahrt in Planung und Ausführung zu bringen. Nur, um das absolut Notwendige an Brücken, Autobahnen und sonstigen Straßen in NRW zu sanieren und zu modernisieren, sei ein Jahresbedarf von 200 Millionen Euro errechnet, verdeutlichte der Verkehrsminister.

Quelle: NGZ
 
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