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Jüchen
Jüchen hat Platzreserve für Flüchtlinge

Jüchen: Jüchen hat Platzreserve für Flüchtlinge
CDU-Bundestagsabgeordneter Heveling (stehend), Landrat Petrauschke, Landtagsabgeordneter Lienenkämper und Bürgermeister Zillikens nahmen Stellung zur Flüchtlingssituation. FOTO: Salz
Jüchen. 40 bis 50 Plätze in Mietwohnungen hält Jüchen für Flüchtlinge bereit, die fest zugewiesen werden. Weitere Platzreserven sollen geschaffen werden. Der Widerstand aus Bedburdyck gegen ein Flüchtlingshaus auf der Obstwiese hält aber an. Von Gundhild Tillmanns

Den sonnigen Samstagmorgen nutzen nicht alle Jüchener, "um in den Garten zu gehen", wie Bürgermeister Harald Zillikens zunächst vermutet hatte. Im Anschluss an die CDU-Mitgliederversammlung mit Aufstellung der Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahlen füllte sich wider Erwarten der Zuschauerraum in Haus Katz zur Bürgerinformation über Flüchtlingsfragen. Gekommen waren aber in der Hauptsache Anwohner aus Bedburdyck, die sich gegen eine mögliche Bebauung der Obstwiese gegenüber des Lindenhofes II für ein Flüchtlingshaus wehren.

CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling konnte zwar Spannendes aus der Bundespolitik von seinem jüngsten Griechenlandbesuch im Flüchtlingslager Idomeni und von seiner Tätigkeit als neuer Vorsitzender im Bundesinnenausschuss berichten. Abgesehen von einer lebhaften Diskussion mit CDU-Mitgliedern warteten die Zuhörer aber ungeduldig auf den Auftritt des Bürgermeisters.

Der wiederholte und bestätigte die auch vom Gemeinderat voll unterstützte Politik der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in Wohneinheiten von maximal 40 Personen. "Wir schaffen Reserven, damit wir nicht nur reagieren, sondern agieren können!", betonte Zillikens in Bezug auf angemietete Wohnungen für Flüchtlinge und Bauten, die anschließend in Mietwohnungen für Niedrigverdiener umgewandelt werden können. 40 bis 50 Plätze habe die Gemeinde aktuell in Reserve, um Flüchtlinge mit Mietwohnraum zu versorgen, berichtete der Bürgermeister.

Die Zahl der Jüchen fest zugewiesenen Flüchtlinge liege konstant bei 350 Personen. 125 Flüchtlinge seien aktuell außerdem noch bis zum Auslaufen der Landesunterkunft an der Odenkirchener Straße untergebracht. Die werde am 30. April geschlossen, so dass ab Mai dann wieder mit neuen Festzuweisungen gerechnet werden müsse, berichtete Zillikens. Denn mittlerweile hätten auch die Großstädte wie Mönchengladbach ihre Aufnahmequote erfüllt.

An die Bürger aus Bedburdyck gewandt, betonte der Bürgermeister: Die Obstwiese in Bedburdyck sei eine von insgesamt drei Möglichkeiten, wo die Gemeinde überhaupt noch bauen könne. Ein weiteres potenzielles Grundstück für ein Flüchtlingshaus befinde sich in Jüchen und eines in Gierath. "Wir werden die Planungen bis zur Bauvoranfrage fortsetzen, unser Ziel ist es aber lediglich, Vorsorge zu treffen", betonte Zillikens und wiederholte: Gedacht sei lediglich an ein Sechs-Familien-Haus auf einem nur 300 Quadratmeter großen Teilstück der insgesamt 5000 Quadratmeter großen Obstwiese. Eine Anwohnerin aus Bedburdyck beklagte sich, "in die rechte Ecke gestellt" worden zu sein, nur weil man Einwände gegen eine Bebauung der Obstwiese geäußert habe. Zillikens versicherte ihr aber, der Gemeinderat und die Öffentlichkeit (Presse) seien sehr wohl in der Lage zu einer differenzierten Betrachtung. Aber er sei auf der anderen Seite auch regelrecht erschüttert über ein anonymes Flugblatt aus Bedburdyck, das jetzt auch der Staatsschutz untersuche, sowie über E-Mails und Anrufe, die er erhalten habe. Auch "die rechte Ecke" sei Fakt, es seien eben "beide Seiten in der Welt", verdeutlichte der Bürgermeister.

Daraufhin stand eine Frau auf und sprach damit auch zugleich das Schlusswort der Veranstaltung: "Nicht alle Bedburdycker sind gegen die Errichtung eines Flüchtlingsheimes."

Quelle: NGZ
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