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Jüchen
Jüchen im Staub: FWG fordert Schadenersatz

Jüchen. "Wie in einer Sandwüste" fühlte sich Gerolf Hommel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft (FWG), als er am Dienstag mit dem Motorrad durch Jüchen fuhr. Knirschende Zähne, ein fahler Geschmack auf der Zunge, Staub in Augen und Haaren seien das Resultat der kurzen Fahrt gewesen.

Und schuld sind, da besteht für Gerolf Hommel kein Zweifel, der RWE-Konzern und dessen Braunkohletagebau. Denn durch die starken Winde und die trockene Luft verteilte sich gestern eine gut sichtbare Staubwolke über dem südöstlichen Gemeindegebiet. "Wieder einmal versinkt Jüchen unter einer Staubglocke", schimpft Hommel und ergänzt: "Dieser Zustand ist leider in unregelmäßigen, weil wetterabhängigen Abständen zu ertragen."

Doch die FWG will sich nun zur Wehr setzen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Fraktion den Vorschlag unterstützt, die Staubentwicklung aus dem Tagebau an akuten Tagen wie dem gestrigen durch Beregnung aus dem Flugzeug in Schach zu halten. "Auf diese Weise könnte man den Staub wirksam binden.

Und genau wie jeder andere, kann auch RWE in den Wetternachrichten sehen, wann günstige Bedingungen für Staubwolken auf Jüchen zukommen – und eingreifen", sagt Gerolf Hommel. Durch eine massive Benässung aus der Luft könnte den aus der Tagebaugrube steigenden Staubpartikeln dann von Anfang an der Garaus gemacht werden.

Mindestens jedoch verlangt Hommel eine Entschädigung durch den Energiekonzern RWE. "Man hat von RWE-Seite nichts unternommen, um den Zustand einzudämmen. Warum geht man nicht frühzeitig hin und überfliegt die verursachenden Tagebauflächen und benässt sie", fragt Hommel.

Zwar räumt er ein, dass solche Aktionen RWE teuer zu stehen kämen. "Man muss sich fragen, ob Profit vor Gesundheit geht", so Hommel. Nach Rücksprache mit seiner Fraktion fordert er nun, dass RWE Schadensersatz leistet. Der Plan: "RWE soll für mindestens einen Monat die Energiekosten aller öffentlichen Gebäude in Jüchen übernehmen. Als Ersatz für die Staubbelastung kämen die Bürger so zumindest zu einer Haushaltsentlastung." Die FWG will einen entsprechenden Antrag für den Gemeinderat formulieren.

(RP/rl)
 
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