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Schwierige Bergung in Jüchen
Lastwagen hängt in Böschung fest

Unfall mit Lastwagen in Jüchen
Jüchen. Am Mittwochmorgen ist ein Lastwagen in Jüchen einen Hang hinuntergerutscht und dort hängengeblieben. Die Bergung des Fahrzeugs gestaltet sich schwierig. Von Gundhild Tillmanns

Um Haaresbreite wäre es am Mittwochmorgen im Berufsverkehr auf der A46 in Höhe Jüchen zu einer Massenkarambolage gekommen. Ein noch unbeladener 13,6 Tonnen schwerer Lkw mit Auflieger kam aus bisher ungeklärter Ursache von der parallel zur A46 verlaufenden Grubenrandstraße ab. Nur wenige Meter von der Autobahn entfernt, blieb der Laster an einem Steilhang im Gebüsch stecken.

Fest steht: Wäre der Lkw-Fahrer nicht auf dem Hinweg und damit noch ohne Ladung von der Fahrbahn abgekommen, hätte das Gefährt ein Gewicht von rund 40 Tonnen gehabt. Damit wäre es nach Einschätzung der Polizei vor Ort unweigerlich in den Berufsverkehr auf der A46 "hineingeschossen". Die Folgen wären dann wohl – womöglich auch für andere Verkehrsteilnehmer – deutlich schwerer gewesen.

Lastwagen rutscht in Graben in Jüchen FOTO: Berns, Lothar

Langwierige Bergung

So schaffte es der Lkw-Fahrer noch, sich selbst aus dem zerstörten Fahrerhaus zu befreien und den Steilhang hinauf zu klettern. Zwei Ersthelfer, die zum Unfallzeitpunkt ebenfalls auf der Grubenrandstraße unterwegs waren, alarmierten Polizei und Feuerwehr. Zunächst sah es nach Angaben der Feuerwehr vor Ort so aus, als ob der Lkw-Fahrer mit einem Schock davon gekommen wäre. Er wurde dennoch mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, was sich als genau richtig herausstellte. Ein Anruf der Polizei im Krankenhaus ergab, dass der Fahrer doch schwer verletzt war und stationär aufgenommen werden musste. Der durch den Schock sehr hohe Adrenalinspiegel hatte ihn seine Verletzungen wohl zunächst nicht spüren lassen.

Die Bergung des Lkw gestaltete sich schwierig und langwierig. Die Grubenrandstraße blieb deshalb für vier Stunden gesperrt. Nur mit einem großen Spezialkran, der eigens in Düsseldorf bestellt werden musste, konnte der Lkw geborgen werden. Das Bergungsfahrzeug hat selbst bei eingezogenem Kran eine Höhe von vier Metern. Entsprechend gab es bei seiner Rückfahrt eine regelrechte Zitterpartie unter der nur 4,10 Meter hohen Brücke an der Kölner Straße. Der Lkw mit Auflieger sei nur noch "Schrott", hieß es am Unfallort. Dort wurde auch berichtet, das Fahrzeug sei in der vergangenen Woche noch mit einer neuen Kupplung bestückt worden.

In unserem Video sehen Sie die Bergung des Fahrzeugs.

Den Randstreifen der A46 an der Unfallstelle hatte die Polizei zuvor gesperrt. Denn bis das Lkw-Wrack an Haken und Seilen des Bergungskrans festhing, hätte es jederzeit doch noch auf die Autobahn abrutschen können. Zur Unfallursache konnte die Polizei nur Vermutungen anstellen. Der Fahrer aus Frechen soll die Strecke gut kennen und regelmäßig Ton und Asche aus der Rheinbraun-Grube abholen. Die Fahrbahn war zum Unfallzeitpunkt nicht verschmutzt, allerdings regennass. Der Fahrer könne auch durch sein Handy abgelenkt oder kurz eingeschlafen sein, vermutet die Polizei. Näheres müssten aber die Befragungen des Unfallopfers ergeben.

Schon viele schwierige Einsätze in diesem Jahr

Die Feuerwehr Jüchen war mit 20 Einsatzkräften, mehreren Einsatzwagen und der Drehleiter vor Ort. Für Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels war dies einer der in diesem Jahr bereits bemerkenswert vielen Einsätze, die außerdem auffällig viel Zeit und Mannstärke erforderten. So seien seit Januar bereits fast so viele Feuerwehreinsätze geleistet worden, wie im kompletten Jahr 2015: 180 Einsätze bis Ende Juli 2016 – insgesamt 200 im Vorjahr.

Eine Erklärung oder gar Prognose, wie es weitergeht, hat Abels nicht, wie er zugibt. Alleine im Juli hatte die Feuerwehr Jüchen 29 Einsätze (nur elf im Juli 2015). Abels sagt dazu: "Auch bei Kleineinsätzen sind wir mit der Abarbeitung oftmals länger beschäftigt, als mit Einsätzen anderer Alarmstufen. Klassisches Beispiel sind Ölspuren über eine längere Distanz, die für viel Arbeit sorgen können." Aktuelles Beispiel dafür war auch die drei Kilometer lange Ölspur, die am Montag einen zweieinhalbstündigen Einsatz mit 17 Kräften erforderlich machte.