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Jüchen: Radler gefährden Passanten in Durchgang

Jüchen: Jüchen: Radler gefährden Passanten in Durchgang
Vom Haus Maria Frieden aus führt ein Durchgang zum Markt. Obwohl Radeln dort verboten ist, wird das Verbot missachtet, kritisiert Gabi Kürten. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Jüchen. In der Fußgängerzone zwischen Seniorenheim und Markt ignorieren Radler das Fahrverbot. Anwohner sehen das als Gefahr. Von Daniela Buschkamp

Ein kleiner Durchgang vom Jüchener Markt bis zum Seniorenzentrum Haus Maria Frieden sorgt für große Unsicherheit bei Anwohnern: Denn obwohl der Bereich als Fußgängerzone ausgewiesen ist, sind dort oft Radler, Motorrad- oder Mofafahrer unterwegs. Selcuk Toker (38), Gastronom vom benachbarten Bistro "Markt 21", kann das jeden Tag verfolgen - und ängstigt sich dabei um seine Kinder: "Ich ärgere mich jeden Tag über Radfahrer, die hier gedankenlos durchfahren. Schließlich spielen meine kleine Tochter (zwei Jahre) und mein Sohn (9) hier." Auch Gabi Kürten (64), Ehrenamtlerin vom Freundeskreis "Haus Maria Frieden" und CDU-Ratsfrau, kritisiert die Radfahrer, die nach ihrer Einschätzung oft zu schnell fahren würden: "Erst neulich konnte ein Unfall mit einem Kind nur knapp verhindert werden. Ein Wunder, dass hier noch nicht mehr passiert ist."

Vom Jakobusweg bis zum Marktplatz verläuft ein schmaler Durchgang für Fußgänger. Er ist mit einem Schild als Fußgängerzone gekennzeichnet und damit für Fahrradfahrer verboten. Dass diese Einschränkung oft missachtet wird, weiß auch die örtliche Polizei. So unternimmt laut Daniela Dässel, Sprecherin der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, der Bezirksbeamte regelmäßig dort seine Fußstreife, denn: "Wir kennen diese Problematik. Bereits mehrfach haben sich Bürger beschwert." Auch nach Einschätzung der Polizei stelle der teilweise nur ein Meter breite Durchgang eine Gefahr dar, wenn dort etwa Radler unterwegs seien. Was die Polizei unternimmt: "Die Bürger werden entweder mündlich verwarnt oder mit einem Bußgeld belegt." So werden sie in der Regel mit 15 Euro zur Kasse gebeten; höhere Sätze seien möglich.

Auch Selcuk Toker schätzt den Radverkehr als gefährlich ein: "Hier halten sich Kinder auf, außerdem sind auch Ältere mit dem Rollator unterwegs." Wenn er Radfahrer um mehr Rücksicht gebeten habe, sei dies meist auf Missachtung gestoßen. Auch Gabi Kürten würde sich mehr Sicherheit für die Senioren wünschen, die dort unterwegs sind. "Für manche ist es schwierig, einem schnellen Fahrrad auszuweichen." Aber auch Kinder könnten die Gefahr durch bewegte Fahrzeuge oft schwer einschätzen.

Wie lässt sich das Problem lösen? Gabi Kürten hofft auf mehr Einsicht der Nutzer von Rad oder Mofa: "Sie sollten sich an das Verbot halten und ihr Gefährt schieben." Selcuk Toker hat bereits bei der Verwaltung einen Vorschlag gemacht: Er wollte in dem Durchgang Fahrradständer versetzt aufstellen, um Raser zu bremsen. "Das wurde nicht genehmigt, weil es eine Behinderung dargestellt hätte."

Knöllchen seien eine weitere Möglichkeit, um eine Verhaltensänderung zu erreichen, meinen beide Beschwerdeführer. Auch die Gemeindeverwaltung setzt auf verstärkte Aufmerksamkeit, etwa durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes. "Eine 24-stündige Kontrolle ist aber nicht möglich", so Rathaus-Sprecher Norbert Wolf.

Und Selcuk Toker? Er hofft weiter, dass in dem Durchgang kein Unfall geschieht.

Quelle: NGZ
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