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Jüchen
Jüchen schrumpft bis 2030 um drei Prozent

Jüchen: Jüchen schrumpft bis 2030 um drei Prozent
Regelmäßig lädt das "Netzwerk 55 plus" zum Frühstück ein. Ältere Bürger sollen dort soziale Kontakte knüpfen und ihre Freizeit aktiv gestalten. FOTO: G. Salzburg
Jüchen. Der demografische Wandel macht sich bereits jetzt bemerkbar. Viele Jüchener engagieren sich auch noch im Rentenalter ehrenamtlich. Von Christian Kandzorra

Die Gemeinde passt sich an. Denn das Durchschnittsalter der Menschen, die in Jüchen leben, steigt langsam an - der demografische Wandel macht sich bemerkbar. Aktuelle Prognosen zeigen: Jüchen muss bis zum Jahr 2030 mit einem Bevölkerungs-Rückgang von drei Prozent rechnen. Darüber hinaus wird sich auch die Altersstruktur weiter verändern. Derzeit sind 3844 Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren im Gemeindegebiet gemeldet.

Auf diese Entwicklungen reagieren nicht nur die Lokalpolitik, die Gemeindeverwaltung und die Pflegedienste, sondern auch das "Seniorennetzwerk 55plus", in dem sich rund 60 Jüchener ehrenamtlich engagieren, um älteren Bürgern die Chance zu geben, soziale Kontakte zu knüpfen und ihre Freizeit aktiv zu gestalten. "Nichtstun kann man noch früh genug", betont Klaus-Dieter Hahn, der die Netzwerk-Treffen gemeinsam mit Heinz Schneider vom Caritasverband organisiert. In den vergangenen Jahren sei das Angebot immer besser angenommen worden. "Wir erhalten sehr viele positive Rückmeldungen von den Teilnehmern. Die Arbeit im Seniorennetzwerk sehe ich als sehr sinnvoll an", sagt der 70-Jährige.

Zwischen 300 und 400 Senioren erreicht das Netzwerk mit seinen Angeboten. "Manche Menschen, die nach Jüchen ziehen, fragen sogar gezielt nach Aktivitäten", berichtet Klaus-Dieter Hahn, der regelmäßig mit seiner Frau Helma (68) das Senioren-Frühstück im Jüchener Marienheim vorbereitet. Im Jahre 2009 hatte die Caritas das Netzwerk ins Leben gerufen, inzwischen ist es eine Art Gemeinschaftsprojekt von Caritasverband und der Gemeinde Jüchen.

Die Gemeinde stellt die Weichen für das Älterwerden in ihrer Gesellschaft. Ziel ist laut Rathaus-Sprecher Norbert Wolf, älteren Menschen die Teilhabe am sozialen Leben zu bewahren und attraktive Lebensbedingungen für sie zu schaffen. Dazu sollen das Seniorenhaus "Maria Frieden" und der Seniorenpark "Carpe Diem" genauso Beiträge leisten wie Altenwohnungen in Jüchen und Hochneukirch.

Doch was machen Jüchener eigentlich, wenn sie in Rente oder in den Ruhestand gehen? Viele sind in Vereinen aktiv - für die meisten kommt ein Leben in Untätigkeit gar nicht in Frage. So ist es auch bei Hildegard Kux (68) aus Hochneukirch, die sich seit 1984 in der Flüchtlingshilfe engagiert. "Die Arbeit gibt mir Kraft und hält mich fit. Außerdem kommt von den Menschen auch etwas zurück", sagt sie.

Auch wenn Kux manchmal gesundheitlich etwas ausgebremst ist - ans Aufhören denkt sie noch lange nicht. Gemeinsam mit den Mitgliedern des tamilisch-deutschen Freundeskreises hilft sie Flüchtlingen (in Jüchen leben derzeit rund 310), sich in der Gemeinde zurechtzufinden. Schon bei der großen Flüchtlingswelle Mitte der 1980er/Anfang der 1990er Jahre hatte sie geholfen. "Weil jetzt Menschen aus vielen verschiedenen Nationalitäten zu uns kommen, sind deutlich individuellere Hilfen gefragt", erzählt die Ehrenamtlerin.

Quelle: NGZ
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