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Tiere verschwinden
Jüchener fürchten um das Leben ihrer Katzen

Tiere verschwinden: Jüchener fürchten um das Leben ihrer Katzen
Sie hoffen, dass Tigerkater Jui wieder gesund nach Hause findet: Annette van Dorp und Ehemann Hans-Henning mit dem Suchplakat. FOTO: L. berns
Jüchen. Im Umkreis von 200 Metern sind drei Katzen im Jüchener Zentrum verschwunden. Der jüngste Fall: Tigerkater Jui von Annette van Dorp. Von Daniela Buschkamp

Annette van Dorp sorgt sich um ihren flauschigen grauen Tigerkater. Seit 19. Juni ist Juni verschwunden - so lange war er noch nie weg. Bisher fehlt von dem zutraulichen Freigänger jede Spur. "Ich hoffe, dass Jui bei Katzenfreunden gelandet ist", sagt van Dorp. Die Anwohnerin der Wilhelmstraße ist nicht die einzige, die ihre Fellnase vermisst. Auch Gunter Winbeck (58), der nur wenige Meter entfernt in der Kirchstraße wohnt, befürchtet das Schlimmste für seinen getigerten Kater Konrad: "Seit acht Wochen ist er weg. Ich glaube nicht, dass ich ihn nochmals wiedersehe. Und Winbeck weiß von einer weiteren verschwundenen Katze in der unmittelbaren Nachbarschaft: "Drei Tiere, die in 200 Meter Abstand innerhalb kurzer Zeit verschwinden - das ist merkwürdig", sagt der erfahrene Katzen-Besitzer.

Annette van Dorp hat die Polizei eingeschaltet und den Beamten auf der Jüchener Wache das Tasso-Such-Plakat mit Juis Fotos vorbei gebracht. Die Polizei kann durchaus helfen: "Die Kollegen können aufmerksam sein", sagt Daniela Dässel von der Kreispolizeibehörde. So würden sie Listen mit entlaufenen und wieder gefundene Haustieren führen. Die Polizisten könnten dabei helfen, Besitzer und Findling wieder zu vereinen. "Bei einer entlaufenen Katze gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Sie kann sich irgendwo versteckt haben, einen Unfall gehabt haben oder es kann ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegen", sagt Dässel. Dass in der Gemeinde Jüchen verstärkt Katzen verschwinden, ist Dässel nicht bekannt.

Anders bei der Tierschutzorganisation "Tasso". Dort sind seit Januar 2015 vier Katzen aus der Gemeinde Jüchen als vermisst gemeldet. Über "Tasso" können Haustiere mit einer Nummer oder einem implantierten Chip gekennzeichnet werden. Beim Tierarzt und in einem Tierheim kann festgestellt werden, wem es gehört. Über 3,3 Millionen Katzen sind bei "Tasso" registriert: "Rund 60 000 Tier vermitteln wir pro Jahr zurück", sagt Silke Steisdörfer, Sprecherin der Organisation. Sie hat zahlreiche Erfahrungen mit entlaufenen Katzen gesammelt: "Manchmal verlassen die Tiere aus unterschiedlichen Gründen ihr Zuhause, suchen sich entweder phasenweise ein neues Heim oder werden regelmäßig gefüttert." Nicht immer sei für die Finder zu erkennen, dass die Katze bereits jemandem gehört: "Wenn ein Tier länger unterwegs und auch abgemagert ist, erscheint es bald als ein Streuner", so Steisdörfer. Oft sorge ein Tierarzt-Besuch für die Überraschung - und für Gewissheit.

Annette van Dorp hat bereits Zettel und Plakate aufgehangen, ist Wege abgelaufen, hat im Keller von Haus Katz nachgeschaut - keine Spur von Jui. Auch Gunter Winbeck hat eine Anzeige aufgegeben, Nachbarn gefragt und Verstecke aufgesucht. Bisher ohne Erfolg. Beide hoffen, ihre Kater bald wieder streicheln zu können. "Man sollte die Hoffnung nie aufgeben", sagt Silke Steisdörfer. "Manchmal dauert es 15 Jahre, bis eine Katze gefunden wird."

Quelle: NGZ