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Jüchen
Jüchener in Angst um ihre Katzen

Jüchen: Jüchener in Angst um ihre Katzen
FOTO: Gabriel/Winbeck
Jüchen. Rund um St. Jakobus ist wieder ein Tigerkater verschwunden. Für Besitzer Gunter Winbeck wiederholt sich ein Alptraum. Seit Juni vermisst er Kater Konrad, jetzt ist auch Louis spurlos verschwunden. Winbeck hofft auf Hinweise. Von Daniela Buschkamp

Der Jüchener Gunter Winbeck (58) ist verzweifelt. Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist einer seiner Tigerkater verschwunden: Seit Mai vermisst der Anwohner der Kirchstraße Kater Konrad, seit 14 Tagen hat auch noch Kater Louis nicht mehr den Weg nach Hause gefunden. Winbeck leidet unter der Ungewissheit: "Das Schlimmste ist, nicht zu wissen, ob die Tiere tot oder vielleicht in einem neuen Zuhause sind." Er befürchtet, dass die überaus zutraulichen Kater getötet wurden sind und hat für Hinweise jetzt eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt.

Gunter Winbeck, zu dessen Familie vier weitere Katzen gehören, ist nicht der einzige, der sein Tier vermisst. Auch Annette van Dorp, die nur wenige Meter entfernt von Familie Winbeck an der Wilhelmstraße wohnt, vermisst seit Juni ihren Kater Jui. Auch er war getigert, auch er war äußerst zutraulich. Auch van Dorp hat Suchplakate aufgehängt, ist Hinweisen auf Tigerkatzen nachgegangen - gefunden hat sie Jui bisher nicht. "Wir haben seine Sachen weggeben. Wir glauben nicht mehr, dass wir Jui lebendig wiedersehen", meint die Jüchenerin. Was sie am meisten quält, ist die Ungewissheit über Juis Verbleib und über seine Gesundheit. "Wenn wir wüssten, dass er tot ist, hätten wir wenigstens Gewissheit", sagt sie traurig. Bei der Tierschutzorganisation "Tasso" sind seit Anfang des Jahres vier Katzen aus Jüchen als vermisst gemeldet. Gunter Winbeck ist überzeugt, dass in dem Verschwinden der Stubentiger ein Muster zu erkennen ist. Er fürchtet, dass Unbekannte die Tiere getötet haben. Einen Beweis hat er dafür nicht. Und dies ist auch das Problem für die Polizei. "Wir können nur konkreten Hinweisen auf eine Straftat nachgehen", betont Hans Willi Arnold, Sprecher der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Ein Beispiel: "Wenn jemand beobachtet hat, wie eine Katze eingefangen und abtransportiert wurde, und uns etwa ein Autokennzeichen nennen kann", schildert er. Zudem könne es auch harmlose Gründe geben, warum eine Freigänger-Katze nicht mehr den Weg nach Hause nimmt. Von einem serienmäßigen Katzen-Verschwinden in der Gemeinde Jüchen will Arnold nicht sprechen.

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Wenn in der Gemeinde Jüchen eine Katze bei einem Unfall verletzt wird, kümmert sich die Feuerwehr um sie. So kann beim Tierarzt per Chiplesegerät etwa festgestellt werden, wem das Tier gehört. Werden tote Katzen aufgefunden, fällt das in die Zuständigkeit des Bauhofes. Doch dort fehlt ein Chiplesegerät für alle Katzen, die ein solches Implantat tragen. Dass dieser Mangel behoben wird, dafür will Annette van Dorp kämpfen. "Es wäre sinnvoll, wenn am Bauhof ein Lesegerät zu nutzen wäre", sagt sie. Dann könnten Besitzer über den Tod ihres Tieres informiert werden. Und hätten wenigstens Gewissheit.

Die wünscht sich auch Gunter Winbeck. Jetzt sorgt er sich umso mehr um seine übrigen vier Katzen. "Das sind Freigänger, aber zutraulich." Worauf er wartet: auf Hinweise, die das Schicksal von Konrad und Louis aufklären.

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Quelle: NGZ
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