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Jüchen
Jüchener war die Stimme der Feuerwehr

Jüchen: Jüchener war die Stimme der Feuerwehr
Heinz Engels blieb auch während der Dienstjahre als Feuerwehrpressesprecher in Düsseldorf seiner Heimatgemeinde Jüchen treu. FOTO: Ruhnau
Jüchen. Nach 44 Dienstjahren geht Heinz Engels in den Ruhestand. Mit 22 Jahren entschied sich der Jüchener für den Dienst bei der Feuerwehr, lange war er Sprecher der Feuerwehr Düsseldorf. Auch im Dienst war er viel mit dem Rad unterwegs. Von Julia Zuew

In der Umgebung von Grevenbroich und Jüchen sei er schon auf allen Wegen mal zu Fuß unterwegs gewesen, sagt Heinz Engels. "In meinem Leben bin ich viel gelaufen", sagt der 59-Jährige. 36 der 44 Jahre im Feuerwehrdienst war er in Düsseldorf im Einsatz, zuletzt als Pressesprecher der Feuerwehr. "Die vergangenen 16 Jahre bin ich mit dem Zug zur Arbeit gefahren", sagt er. "Von Grevenbroich bin ich dann manchmal nach Hause gejoggt."

Aufgewachsen ist der Familienvater in Jüchen. An der früheren Schule an der Rektor-Thoma-Straße wurde er eingeschult, später absolvierte er eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker in Rheydt. Als er sich in Düsseldorf in der Meisterschule anmelden wollte, sah er auf einem Feuerwehrwagen den Hinweis, dass Nachwuchskräfte gesucht werden. Der damals 22-Jährige war damals bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und bewarb sich daraufhin bei der Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt. Seiner Heimat ist er während der Dienstjahre treu geblieben. "Ich bin ein treuer Mensch in jeder Beziehung", sagt er und lacht. "Auch zu meiner Heimat." Die Großstadt sei zwar ein spannendes Arbeitspflaster gewesen - sein Zuhause ist aber im Jüchener Auenfeld bei seiner Familie. Für seinen sehr bewegten beruflichen Alltag habe diese immer viel Verständnis gehabt. "Ich konnte auch von Zuhause aus arbeiten und war so immer erreichbar", sagt Engels. Er baute die Pressearbeit der Feuerwehr in großen Teilen mit auf, pflegte als einer der ersten ein Pressearchiv, begleitete Medienvertreter bei großen Ereignissen und führte einen 24-Stunden-Pressedienst ein.

Den Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben zu finden sei nicht immer einfach gewesen. "Manchmal geht das nur, indem man rigoros sagt: Jetzt ist die Familie dran", sagt Engels. Auch der Sport sei immer ein fester Teil seines Lebens gewesen. Im Dienst war sein Fahrrad treuer Begleiter: "Im Düsseldorfer Verkehr war ich mit dem Rad oft schneller als mit dem Auto." Mit Fahrradhelm und Feuerwehruniform fuhr er die Wege zu Pressevertretern und Terminen. "Wenn ich auf meinem Weg aus Jüchen zum Bahnhof in Grevenbroich war, sprachen mich die Leute schon manchmal an", erzählt Engels lachend. "Du bist doch bekloppt" hieß es dann, wenn er entlang Tagebau und Feldern die Strecke zum Zug lief. Anschließend war er meist schon in der Bahn im Büro: In seinem "Rucksackbüro", wie er es nennt, hatte er alles mit, um unterwegs den Arbeitstag zu beginnen. In 44 Jahren sind aber auch jede Menge Überstunden zusammengekommen - kein Einzelfall. Die Altersobergrenze für Berufsfeuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen liegt deshalb im Regelfall bei 60 Jahren.

Die nächste Zeit möchte er unter anderem mit Wandern und Reparaturen an seinem Haus verbringen. Auch wenn er in seinem Beruf gerne - und manchmal rund um die Uhr - für andere da war, freut er sich über die Zeit im Ruhestand: "Gerne erinnere ich mich zurück, aber ich blicke ebenso gerne in die Zukunft."

Quelle: NGZ
 
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