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Jüchen
Jüchens Politik soll weiblicher werden

Jüchen: Jüchens Politik soll weiblicher werden
Der Vorstand der neuen Frauen-Union Jüchen mit Gabriele Kürten (v.l.), Jennifer Crynen, Sandra Lohr, Birgit Boonstra-Jerusalem, Britta Krawinkel-Reifgens, Sigrid Müller, Andrea Adrian und Caroline Steinfartz. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Auf großes Interesse stieß die Gründung der Frauen-Union Jüchen. Sogar acht Frauen wollen sich im Vorstand engagieren. Sie nehmen Bürgermeister Harald Zillikens beim Wort und wollen Frauen-Power in die Politik bringen. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Alles andere als langweilig war die Gründungsversammlung der Frauen-Union Jüchen, zu der die CDU-Ortsverbandvorsitzende Sandra Lohr ins Haus Katz eingeladen hatte. Da, wo sonst auch die Fachausschüsse und der Stadtrat tagen, wurde zuerst mit alkoholfreiem Sekt angestoßen, ehe dann aufgrund des großen Interesses neun statt der ursprünglich geplanten acht Frauen in den Vorstand gewählt wurde. Damit war die Frauen-Union Jüchen aus der Taufe gehoben.

Frauen seien bislang in Jüchen politisch unterrepräsentiert gewesen, beklagten die Gründerinnen der Frauen-Union. Doch das soll sich ändern: Bürgermeister Harald Zillikens, schätzte spätestens seit dem Wahlkampf, die sogenannte "Frauen-Power" sehr, erinnerten sich die engagierten Damen.

Einstimmig wurde Sandra Lohr als Vorsitzende der neuen Frauen-Union gewählt. Ihr habe in Jüchen bislang der "weibliche Touch" gefehlt, sagte die 43-Jährige.

Dass Improvisation ganz wichtig ist, zeigte die Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden. Für dieses Amt kandidierte Annette Gratz (38), Dezernentin der Gemeinde Jüchen, allerdings in Abwesenheit. Doch als Elisabeth Füßgen, Vorsitzende der Frauen-Union im Rhein-Kreis-Neuss, zur Wahl rief, meldete sich Britta Krahwinkel-Reifgens (41) spontan ebenfalls als Kandidatin für diesen Posten. "Ich bin aus Jüchen, ich möchte Kritik äußern und Dinge voranbringen", erklärte sie.

"Warum miteinander konkurrieren, wenn beide sich engagieren möchten?", rief eine Dame aus dem Publikum. Und spontan wurde ihr Vorschlag aufgegriffen: Nun hat die Frauen-Union eben zwei stellvertretende Vorsitzende. Recht bunt besetzt, im Alter von 28 bis 64, ist die Gruppe der Beisitzerinnen. Dazu wurden gewählt: Andrea Adrian (45), die als Mutter von drei Kindern "Lust auf politische Arbeit hat", wie sie sagte. Das gilt auch für Birgit Boonstra-Jerusalem (51). Die Gieratherin arbeitet beim Rhein-Kreis-Neuss. Jennifer Crynen (33) wohnt seit zwei Jahren in Jüchen, erwartet ihr zweites Kind und möchte sich als Psychologin und Mutter "auch Gedanken um andere Dinge als den Haushalt machen", wie sie ihre Kandidatur begründete.

Vorstandsbeisitzerin Gabriele Kürten (64) ist Friseurin und will "die politische Arbeit von Frauen auf feste Füße stellen", sagt sie. Ingrid Müller (56) arbeitet in einem Schulsekretariat der Gemeinde Jüchen. Caroline Steinfartz (28) ist Pferdewirtin und engagierte sich bereits für die Landjugend Odenkirchen.

Und was sagten Besucher zu der Auftaktveranstaltung? So meinten beispielsweise Petra Segschneider und Marion Lorenz: "Die Mischung der Frauen-Union ist gut. Junge Frauen arbeiten mit erfahrenen zusammen und haben bestimmt eine ganz andere Sicht als Männer."

Beim ersten Treffen nach dieser Gründungsversammlung sollen Ideen für die künftige Arbeit gesammelt werden. Die Frauen-Union möchte alle gesellschaftlichen Bereiche "beackern".

Quelle: NGZ
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