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Jüchen
Jüchens Senioren leben selbstbestimmt

Jüchen: Jüchens Senioren leben selbstbestimmt
Vor nicht mal einem Jahr zog Heinrich Olczewski ins Seniorenheim. Dort nutzt der musikalische 92-Jährige mit seinem Tablet gern den Internet-Zugang. FOTO: L. Berns
Jüchen. Im Gemeindegebiet sind 1223 Menschen gemeldet, die älter als 80 Jahre sind. Einige verbringen ihren Lebensabend im Seniorenheim. Der 92-jährige Heinrich Olczewski ist einer von ihnen. Wir haben ihn im Haus Maria Frieden besucht. Von Christian Kandzorra

Wenn Heinrich Olczewski Besuch bekommt, dauert es nicht lange, bis er seine Mundharmonika zückt. Ein kleines Ständchen im Seniorenzentrum Haus Maria Frieden zu spielen - das bedeutet ihm viel. Schließlich ist der Rentner durchaus musikalisch. Und als ehemaliger Schweißer im RWE-Kraftwerk Frimmersdorf spielt er auch schon mal Stücke, die unter die Haut gehen können. "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt" ist eines dieser Lieder, die Olczewski besonders gerne spielt. Der 92-Jährige lebt seit März im Seniorenzentrum und ist damit einer von 119 Bewohnern. Die sollen sich im Haus Maria Frieden genauso wie im neuen Seniorenpark "Carpe Diem" in Garzweiler wohlfühlen und trotz ihres teils hohen Alters - das Durchschnittsalter im Haus Maria Frieden liegt bei etwa 84 Jahren - am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

"Die Bewohner sollen sich wie zuhause fühlen", betont Gabriele Poppe. Sie leitet den sozialen Dienst im Haus Maria Frieden und sorgt gemeinsam mit rund 140 weiteren Mitarbeitern durch zahlreiche Freizeit-Aktivitäten dafür, dass Menschen an ihrem Lebensabend nicht vereinsamen. "Ich fühle mich hier gut aufgehoben - wenn es auch am Anfang etwas ungewohnt war", erzählt Rentner Heinrich Olczewski, der fast jeden Tag mit seinem Elektromobil eine Runde durch Jüchen fährt. "Die Jüchener sind sehr hilfsbereit", erzählt der 92-Jährige, der sich wohlfühlt, aber sagt: "100 Jahre möchte ich nicht alt werden."

Interessant: Die älteste Jüchenerin ist stolze 102 Jahre alt und lebt ebenfalls im Haus Maria Frieden. Insgesamt sind laut Gemeindeverwaltung in Jüchen 1223 Menschen gemeldet, die 80 Jahre und älter sind. Doch nur rund 260 Menschen wohnen im Altenheim oder nutzen Angebote des betreuten Wohnens. "Durchschnittlich leben unsere Bewohner zwischen einem halben Jahr und eineinhalb Jahren bei uns. Heute bleiben Senioren so lange es geht zuhause. Außerdem sind auch ambulante Pflegedienste immer stärker gefragt", erklärt Seniorenhaus-Leiter John Esser. In der heutigen Zeit rücke die Pflege verstärkt in den Fokus der Arbeit im Seniorenhaus. So sind die jüngsten Bewohner nicht viel älter als 60 Jahre, aber im Alltag auf Pflege angewiesen.

Doch egal wie bewegungsfähig und -freudig die Bewohner sind - alle Jüchener sollen ihren Lebensabend genießen können. Und wer denkt, dass im Seniorenheim nur Bingo-Spielen und Kaffeetrinken auf dem Tagesprogramm steht, der hat sich geschnitten. "Inzwischen ist auch WLAN bei uns ein Thema. Viele Menschen gehen auch im hohen Alter noch mit der Zeit und surfen zum Beispiel in unserem Freifunk-Netz", berichtet John Esser. Einer von ihnen ist Heinrich Olczewski, der mit seinem Tablet im Internet unterwegs ist.

Darüber hinaus gebe es laut John Esser und Sozialdienst-Leiterin Gabriele Poppe einmal im Monat im Seniorenzentrum einen Markt mit saisonalen Spezialitäten, und selbstverständlich komme auch das Schützenfest im Sommer nicht zu kurz. Weihnachten haben viele Bewohner bei zwei Gottesdiensten gefeiert - doch die bevorstehende Jahreswende würden die meisten der Bewohner wohl verschlafen.

Quelle: NGZ
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