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Jüchen
Jungpolitiker fordern Eherechte für Schwule

Jüchen: Jungpolitiker fordern Eherechte für Schwule
Stellv. JuLi-Bundesvorsitzender Florian Philipp Ott (l.) und Leon Lohbeck. FOTO: Lber
Jüchen. Junge Liberale und Junge Union wollen, dass Homo-Paare vor dem Gesetz gleich gestellt werden.

Jugendliche und junge Erwachsene aus Jüchen haben jetzt bei einer Diskussionsrunde der Jungen Liberalen (JuLis) und der Jungen Union (JU) gemeinsam darüber debattiert, ob es in Deutschland die Ehe für alle Liebeskonstellationen geben soll. "Viele Menschen, die den älteren Generationen angehören, sind sehr konservativ was das Thema Ehe betrifft - gerade in eher ländlich geprägten Gemeinden wie Jüchen", sagt Leon Lohbeck. Er steht an der Spitze der Jungen Liberalen in der Gemeinde und hatte für die Diskussionsrunde den Vize-Bundesvorsitzenden der JuLis, Florian Philipp Ott, eingeladen.

Die Liberalen hatten eigentlich auf einen lebendigen Meinungsaustausch mit den Vertretern der Jungen Union gehofft, die sich in weiten Teilen des Landes eigentlich konservativer gibt als die Liberalen. Doch: Hitzige Streitgespräche blieben aus. Stattdessen erklärten die Nachwuchs-Politiker beider Parteien unisono: "Wir können uns vorstellen, die Ehe auch für homosexuelle Liebespaare zu öffnen."

Eine Ausnahme gab es allerdings schon: Die Liberalen würden noch einen Schritt weitergehen und die Ehe auch für Liebeskonstellationen öffnen, die aus mehr als zwei Menschen bestehen. "Die Ehe sollte etwas für zwei Menschen bleiben", sagte JU-Mitglied Hendrik Heesen. Sein Kollege David Baust fügte hinzu: "Den Bund fürs Leben geht man meiner Meinung nach nur mit einer Person ein - und nicht mit mehreren gleichzeitig."

Derzeit dürfen allein "klassische" Liebespärchen, also Mann und Frau, in Deutschland heiraten und gehen damit alle Rechte und Verpflichtungen ein, die eine Ehe nach dem Gesetz ausmacht. Dazu zählen Steuervorteile, die Regelung der Erbschaft, der Kindererziehung sowie verschiedene Informationsrechte. "Homosexuelle Paare hingegen dürfen sich nur eine Lebenspartnerschaft eintragen lassen", erklärte JuLi-Vize Florian Philipp Ott. Dieser Eintrag erlaube ihnen einige Dinge nur eingeschränkt oder gar nicht - zum Beispiel könnten gleichgeschlechtlich Liebende kein Kind adoptieren. Junge Liberale, wie Katharina Sprott, können das nicht nachvollziehen: Gegner der "Homo-" oder "Mehrehen" beriefen sich häufig auf christliche Werte. "Die geben aber keinerlei Begrenzung oder genauere Definitionen von Ehe vor."

(cka)
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