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Jüchen
Katholiken müssen fast 86.000 Euro einsparen

Jüchen: Katholiken müssen fast 86.000 Euro einsparen
Jüchen. Weniger Kirchensteuern durch Austritte und Sterbefälle zwingen die katholische Kirche in Jüchen zu Einsparungen bei den Gebäuden. Von Gundhild Tillmanns

Die katholische Kirche muss sparen, weil sie durch Mitgliederschwund erhebliche Kirchensteuerausfälle zu beklagen hat: Das gilt auch für die Gemeinden in Jüchen, Hochneukirch, Neuenhoven, Bedburdyck und Gierath. In den vergangenen 40 Jahren gab es dort einen Rückgang von 3582 Mitgliedern (22,6 Prozent). Dieser Rückgang sei im Wesentlichen durch den Sterberaten-Überhang zu erklären, sagt Pfarrer Ulrich Clancett. Es habe aber auch 1565 Kirchenaustritte gegeben.

Deshalb sind alle Immobilien der katholischen Kirche in Jüchen jetzt von einer Kommission des Bistums Aachen, dem "Kirchlichen Immobilien-Management" (KIM), auf Einsparmöglichkeiten bei der Instandhaltung untersucht worden.

Den Abschlussbericht legt Clancett jetzt vor, nachdem die Kirchenvorstände das Konzept einstimmig beschlossen hätten. Es seien 27 pastoral genutzte Gebäude erfasst worden, darunter das älteste, die Neuenhovener St. Georgskirche aus dem Jahr 1762, sowie das jüngste Gebäude, das 2006 errichtete Bedburdycker Pfarrheim "Martinus-Treff". Für alle diese Gebäude sei eine Instandhaltungssumme von insgesamt 260.437 Euro errechnet worden. "Und davon müssen nun 85.944 Euro eingespart werden", kündigt der Pfarrer an. Um den Bestand der fünf Hauptkirchen in der Gemeinde Jüchen nicht zu gefährden, hat die Immobilien-Kommission Gebäude auf eine Liste gesetzt, die keine Förderung durch Kirchensteuern mehr für Instandhaltungsmaßnahmen erwarten dürfen. "Die Mittelpunkte der einzelnen Pfarreien bleiben aber unangetastet", betont Clancett. Konkret bedeutet das Sparkonzept für die Gotteshäuser in Otzenrath und Garzweiler die bereits zur Umsiedelung vorgegebene Regelung: Sie müssen aus der Entschädigungssumme die Instandhaltung selbst finanzieren.

Die Bedburdycker Martinuspfarrei hatte bereits das alte Jugendheim verkauft und mit einem Neubau in Voll-Holzbauweise erhebliche Einsparungen erzielt, wie Clancett erinnert. Auch der Verkauf des nicht mehr genutzten Pfarrhauses komme dem Sparkonzept nun entgegen. Die Aldenhovener Heilig-Geist-Kapelle wird ohnehin schon selbst von der Gemeinde instandgehalten. "Die Aldenhovener hegen und pflegen ihre Kapelle selbst, was höchste Anerkennung und Respekt verdient", lobt Clancett.

Die Gierather Martinuspfarrei verzichte künftig auf Bistumszuschüsse für die Instandhaltung des Jugendheimes an der Schulstraße, die Pfarrei Neuenhoven spare Kirchensteuerzuschüsse für die Instandhaltung des Jugendheims, des Pfarramtes und die Schlicher St. Josefs-Kapelle ein, listet Clancett auf. "Für die Schlicher Kapelle sind noch nie irgendwelche Bistumsmittel in Anspruch genommen worden", fügt Andreas Tillmann, langjähriger Rendant der Pfarrei Neuenhoven, hinzu.

Die Jüchener Jakobuspfarrei habe das Alte Jugendheim an der Pfarr-kirche bei der Instandhaltung auf die Sparliste gesetzt. Hinzu komme der gesamte Gebäudekomplex in Garzweiler mit Kirche, Pfarrheim und dem ehemaligen Pfarramt.

Gleiches gelte für die Hochneukircher Pfarrei St. Pantaleon: "Dort sind Teile des Pfarrhauses mit dem Pfarramt im Zuge der Umsiedlung in Otzenrath errichtet worden. Auch die müssen sich aus ihrer Entschädigungsleistung von RWE Power in ihrer Instandhaltung selbst tragen", sagt Clancett.

Das stelle allerdings angesichts der Situation auf dem Kapitalmarkt ein nicht unerhebliches wirtschaftliches Risiko dar. Trotz aller Risiken sei aber der erzielte Plan gut umzusetzen, hofft der Geistliche.

Quelle: NGZ
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