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Jüchen
Kaya Yanar testet neue Bühnenshow in Jüchen

Jüchen: Kaya Yanar testet neue Bühnenshow in Jüchen
Kaya Yanar brachte die Jüchener mit der letzten von insgesamt acht Preview-Shows seines neuen Programms im Sekundentakt zum Lachen. FOTO: woi
Jüchen. 600 Besucher verfolgten den Auftritt des Comedians. Yanars neues Programm "Ausrasten für Anfänger" kam beim Publikum sehr gut an. Von Christian Kandzorra

Das neue Programm hat er bereits an mehrere TV-Sender verkauft. Man könnte sagen: Demnächst werden im Fernsehen alle überall immer das selbe Gesicht sehen - "also so wie im türkischen Staatsfernsehen", sagt der Comedian und deckelt abrupt seinen Mund mit seiner Hand, als hätte er etwas Falsches gesagt. "Ich muss aufpassen was ich sage", schießt Kaya Yanar schmunzelnd hinterher. "Die Türkei hat gerade einen freigelassen, die haben jetzt wieder einen Platz frei im Knast." Mit spitzem Humor - manchmal auch schwarzem - begeisterte der Comedian am Samstagabend 600 Zuschauer in der Garzweiler Peter-Giesen-Halle.

Der Komiker testete dort sein neues Programm "Ausrasten für Anfänger", dem er gerade den Feinschliff verpasst. "Ihr seid so etwas wie eine Jury", sagte der Komiker mit türkischen Wurzeln vor Beginn seines Auftritts an sein Jüchener Publikum gerichtet. Kritik hagelte es allerdings nicht - Kaya Yanar brachte die Besucher im Sekundentakt in gewohnter Manier mit Klischees und wirklich komischen Vergleichen zum Lachen. Bekannt geworden ist Yanar vor allem durch seine Sat.1-Comedysendung "Was guckst du?!", die vor allem bei jüngeren Zuschauern beliebt war. Das spiegelte sich jetzt auch in der Peter-Giesen-Halle wider: Unter den Zuschauern waren deutlich mehr jüngere Menschen als bei anderen Kultur-Veranstaltungen der Gemeinde. Unter ihnen: die 22-jährige Viola Petermann aus Jüchen. Sie sagte in der Pause zwischen zwei kurzweiligen Spielhälften: "Ich finde es klasse, dass Kaya Yanar nach Jüchen kommt. Sein neues Programm gefällt mir sehr gut, ich werde es mir auf jeden Fall im Fernsehen anschauen."

Der Komiker selbst, der vor seinem Auftritt noch nie in Jüchen gewesen war, merkt, dass er nicht altersmilde, sondern "alterswilde" werde. "Ich bin jetzt 44 Jahre alt, also gehe ich langsam auf die 60 zu. Und ich merke: Ich raste immer öfter aus", erzählte er. Yanar werde überholt von moderner Technik. Beispiel: Smartphones. "Auf meinem Handy habe ich 300 Apps. Das könnte man als ,Appidemie' bezeichnen." Und mittlerweile gehe er auch gar nicht mehr gerne ins Kino. Der Grund: "Popcornfresser." Über die geriet Kaya Yanar wahrlich in Rage: "Popcorn gibt es heute im Kino aus riesigen Eimern, aus denen Pferde fressen könnten", sagte er und erklärte, wie genervt er von den Kaugeräuschen im Kino sei: "Manchmal wünsche ich mir, dass sich Tom Cruise im Film umdreht und ,Halt die Fresse!' ruft."

Beim Thema "Filme" kam er dann doch noch aus ihm raus, der Inder Ranjid - zumindest die Stimme der von Yanar erschaffenen Kunstfigur. "Bollywood-Streifen sind das beste Antidepressivum, das es gibt", betonte Kaya Yanar und ließ Ranjid "typisch indisch" singen. Standesgemäß - dafür ist Yanar schließlich bekannt - bediente er auch Klischees, die vielen Nationalitäten anhaften. Beispiel: "Auf Niederländisch klingt alles schön, selbst das ernste Wort ,tödlich': ,dodelijk'." Zum Ende seines Auftritts gab Yanar eine Zugabe - die Jüchener hatten ihn noch einmal aus dem Backstagebereich "herausapplaudiert".

Quelle: NGZ
 
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