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Jüchen
Kirche erinnert an Wiedervereinigung

Jüchen: Kirche erinnert an Wiedervereinigung
Pfarrer Horst Porkolab, Heinz Berthold, Heinz-Theo Secker und Joachim Schufuß (v.l.) planen das Programm zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung. FOTO: a. Tinter
Jüchen. Die evangelische Hofkirche in Jüchen will am 3. Oktober die deutsche Wiedervereinigung ins Gedächtnis rufen. Ansgar Heveling (CDU) wird über den Weg zur Einheit referieren, der frühere Pfarrer Arne Witting schildert seine Erlebnisse. Von Daniela Buschkamp

"Dass die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vor 25 Jahren ohne einen einzigen Schuss vollzogen werden konnte, das ist ein Wunder." Darin sind sich Horst Porkolab (53), Pfarrer der evangelischen Hofkirche Jüchen, der 20 Jahre ältere Joachim Schufuß und Theo Secker (68) sowie der früherer Pfarrer Heinz Berthold (84) einig. Für die vier ein Beweggrund, gemeinsam die einzige offizielle Veranstaltung zum "Tag der Deutschen Einheit" im Jüchener Gemeindegebiet zu organisieren.

Als Zeitzeuge wird der früherer Pfarrer Arne Witting aus Weimar in dem Gottesdienst zu Wort kommen. Die politische Einordnung dieses Ereignisses wird - neben J Bürgermeister Harald Zillikens - der für Jüchen zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling übernehmen.

Demonstrationen rund um die Nikolaikirche, US-Präsident Ronald Reagens Rede im Jahr 1987 vor dem Brandenburger Tor und sein Appell an Michail Gorbatschow, der sowjetische Staatschef und die Perestroika, Außenminister Hans-Dietrich Genschers bewegende Rede vor der deutschen Botschaft in Prag und die folgende Ausreise - vor 25 Jahren waren dies Facetten auf dem Weg zur Wiedervereinigung. "Nicht jeder hat diesen Prozess miterlebt", sagt Pfarrer Porkolab. Deshalb wolle man nun in Jüchen an die Ereignisse erinnern.

Am 3. Oktober, 16 Uhr, wird Arne Witting bei einem Dankgottesdienst über das "Wunder der Kerzen" sprechen: DDR-Bürger hatten friedlich für eine Wiedervereinigung demonstriert, Kerzen waren dabei zum Symbol des Widerstands geworden. Arne Witting war damals selbst im Grenzgebiet tätig, hat Demonstrationen miterlebt und wird etwas zur Rolle der Kirchen in der DDR sagen. Er wird unter dem Motto "Das Wunder der Einheit - ein Zeitzeugnis" von seinen Erfahrungen berichten.

Wittings Einladung in die Hofkirche geht auf eine Initiative von Heinz Berthold zurück. Der Pfarrer, vor 25 Jahren in einem Kaarster Seelsorgerbereich aktiv, wollte selbst einen Gottesdienst unter das Thema der Wiedervereinigung stellen - und stieß dabei auf Ablehnung. Eine Haltung, die ihn den Kopf schütteln ließ. Doch Berthold gab nicht auf. Als er im vergangenen Jahr auf das Buch "Das Wunder der Wiedervereinigung" aufmerksam wurde, fiel ihm darin ein Beitrag von Arne Witting auf. Ihn wollte er von seinen Erlebnissen rund um die deutsche Einheit erzählen lassen. Die Idee für eine Veranstaltung rund um den Tag der Deutschen Einheit war geboren. In Horst Porkolab und dem Männerkreis der evangelischen Hofkirche fand Heinz Berthold weitere Unterstützer, die seine Begeisterung teilten und die Relevanz in dem Jahrestag erkannten.

"Wir wollten beide Aspekte - den politischen und den kirchlichen - berücksichtigen", erläutert Joachim Schufuß. Deshalb habe man sich auch um Bürgermeister Harald Zillikens und Ansgar Heveling als Redner bemüht. Der Bundestagsabgeordnete wird über den "Weg der politischen Einheit" sprechen. Zudem illustrieren Plakate den Weg "Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung". Das Material der Bundeszentrale für politische Bildung wird im Gemeindehaus gezeigt.

Quelle: NGZ
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