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Jüchen
Kripo warnt: Extremisten ködern Jugendliche geschickt im Internet

Jüchen: Kripo warnt: Extremisten ködern Jugendliche geschickt im Internet
Uwe Wagensommer(v.l.), Georg Börns, Manfred Ridderbusch,Dagmar Schröder. FOTO: Salz
Jüchen. Youtube, Facebook oder der Kurznachrichtendienst WhatsApp sind bei Jugendlichen der Hit. Durchschnittlich seien Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren pro Tag 208 Minuten online, berichtete Kriminaloberkommissar Uwe Wagensonner von der Kreispolizeibehörde Neuss. Von Christian Kandzorra

Der Kommissar machte Eltern jetzt bei einer Info-Veranstaltung der Jüchener Bürgerstiftung auf die Gefahren aufmerksam, die im Internet lauern.

Viele Eltern kennen die Gefahren gar nicht, meint Wagensonner: "Unser Ziel ist es, einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten", sagt Manfred Ridderbusch von der Bürgerstiftung, die solche Info-Veranstaltungen schon mehrfach in Zusammenarbeit mit den Schulen im Gemeindegebiet organisiert hatte. Wagensonner aus dem Bereich Kriminalprävention machte aber nicht nur auf Gefahren wie politische Propaganda, Pornografie oder Cybermobbing aufmerksam. Er erklärte auch, dass Jugendliche ab 14 Jahren strafmündig sind - und dass sich viele etwa durch das Weitersenden von Videos mit pornografischen oder gewaltsamen Inhalten unwissentlich strafbar machten.

In erster Linie warnte der Kommissar aber vor "jugendgerecht verpackten", extremistischen Aufrufen. Als Beispiel nannte der Polizist politisch- und religiös extremistische Inhalte im Netz "Diese Videos werden von mehreren Tausend Menschen angeklickt - auch von Jugendlichen," warnte er die Eltern.

Rund 30 Prozent der Inhalte im Internet sind laut Wagensonner pornografisch. "Eine Studie belegt, dass sich 14 Prozent der Elf- bis 16-Jährigen schon einmal mit sexuellen Inhalten im Netz konfrontiert sahen." Auf viele Internetseiten mit diesen Inhalten könnten Kinder ohne einen Account mit wenigen Klicks zugreifen - oft sogar schon über einfache Suchbegriffe oder Buchstabenkombinationen, die Kinder versehentlich eingeben könnten. Der Kommissar empfiehlt Eltern aus diesem Grund, entsprechende Schutzmechanismen am Computer zu aktivieren und mit Kindern ganz gezielt über die Gefahren im Netz zu sprechen.

Kinder müssten lernen, mit dem Internet umzugehen. "Verbote bringen häufig nichts", sagt Wagensonner. Eltern sollten Kontrollen durchführen und technische mit erzieherischen Methoden kombinieren. "Es gibt zum Beispiel Jugendschutzfilter, mit deren Hilfe der Zugriff auf bestimmte Seiten blockiert werden kann. Diese Filter erstellen auch Protokolle der Internetsitzungen. Zusätzlich kann darüber die Nutzungszeit beschränkt werden."

Quelle: NGZ
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