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Jüchen
Lindenschule ist bei "Defis" Vorreiter

Jüchen: Lindenschule ist bei "Defis" Vorreiter
Schulleiter Gero Müllers mit einem von zwei Defibrillatoren, die für die beiden Standorte der Lindenschule zur Verfügung stehen. FOTO: Anja Tinter
Jüchen. Die Doppel-Grundschule in Bedburdyck und Gierath ist die einzige im Gemeindegebiet, die über Defibrillatoren verfügt. Die Kosten für den Kauf der Geräte müssen Schulen selbst tragen. Lehrer und Kinder werden geschult. Von Christian Kandzorra

Zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese betreffen nicht nur ältere Menschen. "Auch Kinder können einen Herzfehler haben, den unter Umständen bisher noch niemand entdeckt hat", sagt Gero Müllers. Er ist Schulleiter der Lindenschule Bedburdyck-Gierath, die bereits vor einem Jahr mit gutem Beispiel voran gegangen ist und einen Defibrillator zur Wiederbelebung angeschafft hat. Seitdem hat sich vieles getan an der Schule: Inzwischen ist ein zweites Gerät angeschafft worden; Lehrer und Schüler sind mit ihm vertraut und bestens auf den Ernstfall vorbereitet.

Die Lindenschule ist die einzige Grundschule im Gemeindegebiet, die in die lebenswichtigen Wiederbelebungsgeräte, die sich offiziell "Automatisierte Externe Defibrillatoren" (AED) nennen, investiert hat. Auch am Gymnasium gibt es keinen Defibrillator; die Gesamtschule konnte keine Auskunft darüber geben, ob sie über "Defis" verfügt.

Ein Gerät soll zwischen 1500 und 1600 Euro kosten - Geld, das die Schulen aufgrund des knappen Gemeindebudgets laut Müllers selbst aufbringen müssen. Allerdings erklärt Gemeindesprecher Norbert Wolf, dass die Geräte keinesfalls zur Pflicht-Ausstattung der Schulen zählten. Er bezieht sich auf das Kultusministerium, das der Gemeinde als Schulträger bisher keine Notwendigkeit zum Kauf der Geräte mitgeteilt habe. In der Elternschaft war der Vorschlag, zwei Defibrillatoren für die beiden Standorte zu kaufen, laut Müllers allerdings sehr positiv aufgenommen worden.

Den Anstoß zur Diskussion hatte Gero Müllers selbst in den Schulpflegschaftssitzungen gegeben. "Als Lehrer nehmen wir alle zwei Jahre an einer Erste-Hilfe-Schulung teil. Das war auch vor zwei Jahren der Fall. Ein Referent des Malteser-Hilfsdienstes hatte uns erklärt, wie einfach sich mit Defibrillatoren das Leben retten lässt", erinnert sich Müllers. Er sagt: "Wenn es um ein Menschenleben geht, sind die Kosten völlig irrelevant." Heute hängt ein Defibrillator im Eingangsbereich der Lindenschule Gierath, ein weiterer in der Aula der Schule in Bedburdyck, zu der auch die Montessori-Kita Zugang hat. Beide Geräte, die mit Hilfe von Sprach-Ansagen "kinderleicht" zu bedienen sein sollen, sind aus den Erträgen der Sponsorenwanderung, des Fördervereins und anderer Schul-Projekte finanziert worden. Die Kosten für den zweiten Defibrillator, der am Standort Bedburdyck installiert wurde, haben sich die Fördervereine von Schule und Kita geteilt.

"Bisher haben wir die Defibrillatoren zum Glück noch nicht gebraucht", erzählt Gero Müllers, der allerdings großen Wert darauf legt, dass sein Lehrerkollegium weiß, wie es mit dem Gerät im Ernstfall umzugehen hat. "Wir erklären auch den Kindern, dass es wichtig ist, im Ernstfall Hilfe zu leisten und Erwachsene zu holen", sagt der Schulleiter. Aus seiner Sicht haben die Geräte einen weiteren Vorteil: "Die Nachbarn, die in der Nähe wohnen, wissen, dass wir einen Defibrillator haben und wir im Ernstfall schnell helfen können." Damit könne die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes genutzt werden.

Quelle: NGZ
 
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