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Jüchen
Lösungen für leere SB-Märkte in Sicht

Jüchen: Lösungen für leere SB-Märkte in Sicht
Kurz vor dem Abriss steht dieser Komplex in Hochneukirch. Der Eigentümer plant eine "Neuentwicklung" des Lebensmittelstandortes. FOTO: Gundhild Tillmanns
Jüchen. Die Gemeinde Jüchen hat zwar keinerlei Kapazitäten mehr für Neuansiedlungen von Gewerbebetrieben. Für die leerstehenden SB-Märkte in Hochneukirch und an der Odenkirchener Straße zeichnen sich aber Neuentwicklungen ab. Von Gundhild Tillmanns

Die Gemeinde Jüchen hat aktuell keine Grundstücksreserven für Gewerbeansiedlungen oder - erweiterungen mehr. Wirtschaftsförderin Annika Schmitz sagt: "Mir blutet das Herz, wenn ich Interessenten mangels verfügbarer Grundstücke eine Absage erteilen muss." Das gelte vor allem bei Gewerbebetrieben aus dem Gemeindegebiet, die mit einer Betriebsverlagerung auch das Unternehmenswachstum anstrebten und dann gezwungen würden, sich in den umliegenden Kommunen nach geeigneten Grundstücken oder Immobilien umzuschauen, sagt sie und bezieht sich dabei auf den jüngsten Fall aus Hochneukirch.

Wie berichtet, muss Horst Dederichs jetzt mit seiner Firma nach Mönchengladbach "auswandern", weil er an seinem Standort in Hochneukirch nicht mehr erweitern kann. Es kann ihm dort keine Gewerbefläche mehr angeboten werden. Dabei wird es ihm und anderen Gewerbetreibenden vor Ort auch nichts nützen, dass der leerstehende Gebäudekomplex in Hochneukirch am Nordring nun abgerissen werden soll. Denn das Grundstück, für das der Eigentümer laut Schmitz eine "Neuentwicklung" plant, darf nur als "Sondergebietsfläche für großflächige Einzelhandelsbetriebe für Lebensmittel und deren Randsortimente" genutzt werden.

Horst Dederichs war übrigens nicht der einzige Gewerbetreibende mit Grundstücksinteresse, den die Gemeinde Jüchen notgedrungen hat enttäuschen müssen. Laut Schmitz musste in jüngster Zeit insgesamt 19 Interessenten abgesagt werden, davon sieben Unternehmern aus Jüchen, die ihre Betriebe eigentlich vor Ort ausbauen wollten.

Und Bürgermeister Harald Zillikens bedauert, dass im gemeinsamen Gewerbegebiet Regiopark mit der Stadt Mönchengladbach ebenfalls keine Grundstücke mehr zur Verfügung stehen. Er hofft aber: "Die guten Erfahrungen aus der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Mönchengladbacher Kollegen möchten wir auch für das neue interkommunale Gewerbegebiet mit der Stadt Grevenbroich mitnehmen und erhoffen uns von diesem Gebiet die Möglichkeit, Interessenten, die schon heute bei zahlreich bei uns vorsprechen, eine geeignete Fläche anzubieten." Tatsächlich habe Jüchen das Problem ausgebuchter Gewerbeflächen bereits seit zwei Jahren, erinnert Schmitz und bilanziert: "Im Herbst 2016 wurde der letzte Kaufvertrag für ein Gewerbegrundstück an der Robert-Bosch-Straße mit der Firma KV Gerresheim aus Jüchen geschlossen. Im letzten Jahr hat die Firma Terlatec ihre Geschäftstätigkeit an der Robert-Bosch-Straße aufgenommen und im April diesen Jahres das Unternehmen Holzvisionen aus Neuss. Weitere zwei Unternehmen befinden sich im Augenblick im Bau und werden im Laufe der nächsten Monate fertiggestellt. Für die weiteren Grundstücke sind die Bauanträge in Vorbereitung bzw. wurden bereits gestellt." Einem Unternehmer, der ursprünglich Interesse an einem Grundstück an der Robert-Bosch-Straße gehabt habe, sei aber eine Bestandsimmobilie im Gewerbegebiet an der Neusser Straße zum Kauf angeboten worden, berichtet die Wirtschaftsförderin. Und für die ehemalige SB-Markt-Immobilie an der Odenkirchener Straße stehe die Verwaltung im Augenblick in Verhandlungen. Auch dieser Bewerber habe an der Robert-Bosch-Straße nicht mehr untergebracht werden können.

Schmitz macht deutlicht: "Damit ist aber auch alles aktuell noch verfügbare Potenzial erschöpft. Weitere leerstehende und vor allem für die gewünschten Betriebsformen passende Immobilien stehen zurzeit nicht zur Veräußerung. Es gibt keinerlei Alternativangebote mehr", bedauert die Wirtschaftsförderin.

Quelle: NGZ
 
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