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Jüchen
Märchenerzähler im Advent sehr gefragt

Jüchen: Märchenerzähler im Advent sehr gefragt
Wenn die lauschenden Kinder ausnahmsweise einmal keine Fragen stellen, hat Hexe Ella mit Sicherheit etwas zu sagen: Über die Handpuppe kommt Günther Huhn (81) mit seinen jungen Zuhörern ins Gespräch. FOTO: L. Berns
Jüchen. Mit wohlklingender tiefer Stimme und frei erzählten Geschichten fesselt der Aldenhovener Günther Huhn kleine wie große Zuhörer. Im Jahr 2015 war sein Programm von russischen und baltischen Märchen bestimmt. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Günther Huhn erzählt Märchen und hat in der Vorweihnachtszeit Hochsaison. Mit seiner schwarzen Hexe Ella reist er durch den Rhein-Kreis Neuss und erzählt mit seiner sonoren Stimme in Krankenhäusern, Grundschulen, Bibliotheken und Gemeindehäusern "seine Märchen".

Das Motiv der sieben Brüder, die vom Vater verflucht und schließlich von der kleinen Schwester befreit werden, findet sich laut Huhn dabei immer wieder. Wiederkehrende Motive sind dabei Schuld, Sühne und Befreiung und Bilder wie Sonne und Mond.

Huhn hat für sich eine eigene Erzählweise entdeckt. Er beschreibt Bilder und Szenen und erzählt frei in seiner eigenen Sprache. Und dann stellt sich schon so etwas wie gerührte Spannung ein. Im Hospiz Jona war das der Fall. Hier war sein Vortrag so was wie ein besinnliches Dankeschön an die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich im Laufe des Jahres um sterbende Menschen kümmern. "Egal ob Erwachsene, Senioren oder Kinder. Den meisten sind Märchenmotive sehr vertraut", erzählt der 81-Jährige.

Der Aldenhovener war ursprünglich Lehrer und als solcher zunächst an einer Volksschule mit den Fächern Deutsch, Mathematik, Musik und Biologie breit aufgestellt. Bis zu seiner Pensionierung 1999 begleitete er am Studienseminar in Mönchengladbach 27 Jahre Referendare im zweiten Teil der Lehrerausbildung. Noch heute bietet er als Supervisor Seminare an und behält so den Kontakt zur Schule. Märchen hat er schon in seiner aktiven Laufbahn gesammelt. Das Repertoire ist groß und sei längst noch nicht erschöpft. "Ich entdecke immer noch Neues", erzählt Huhn schmunzelnd. Sehr hilfreich beim Erzählen ist seine wohlklingende tiefe Stimme, der man einfach lauschen muss. Und da sind Kinder und Erwachsene gleich.

In Bedburdyck waren es in der katholischen Bücherei und in der Grundschule Kinder, die ganz aufgeweckt Fragen stellten oder Einwände hatten. "Das ist aber unlogisch", heißt es da schon mal. Anderen ist der Sprachgebrauch neu. "Was heißt ,gesotten' und was ,verdingen'", wollten Kinder wissen. Wenn von den Kleinen keine Fragen kommen, stellt Hexe Ella, auf dem Schoß des Erzählers, diese und so kommt es zu Dialogen, die von Kindern gerne gespannt verfolgt werden. Als sehr gute Ergänzung empfindet der Aldenhovener die Begleitung durch den jungen Gitarristen Daniel März. Oder die Ergänzung durch passende Gerichte.

In jedem Jahr hat der Märchenerzähler ein bestimmtes Programm. 2015 wurde von russischen und baltischen Märchen bestimmt. "Meine Frau Ingrid hat mit der Bibliothekarin Irmgard Pehle und der russischen Küsterin Maria Kandlen für passende Speisen gesorgt. Das hat sich wunderbar ergänzt", erzählt Huhn von einer Feier im evangelischen Gemeindehaus in Jüchen. Märchen passen nicht nur in den Advent. Am 20. März, dem World-Story-Teller-Tag, wird Huhn Märchen von starken Frauen erzählen. "Und davon gibt es eine Menge", weiß Huhn.

Quelle: NGZ
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