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Jüchen
Maibaum-Tradition seit über 100 Jahren

Jüchen: Maibaum-Tradition seit über 100 Jahren
Eine Aufnahme von 1979 zeigt die Peschenger rund um den Maibaum, der am Bauhof hochgezogen wurde. FOTO: ON
Jüchen. Kein Mai ohne Baum: Am Huckingshof wird er seit 115 Jahren, im "Pescheng" seit 66 Jahren errichtet. Doch auch neue Plätze gibt es. Von Daniela Buschkamp

Das Rezept für einen gelungenen Maibaum: ein langer Stamm, eine Tanne, Kränze mit bunten Kreppbändern und Krepprosen geschmückt, eine Krone, viele aktive Helfer und eine kräftige Zugmaschine. Auf diese Zutaten können die Anwohner im Jüchener Viertel "Pescheng" bereits seit 66 Jahren zurückgreifen. "Eigentlich wollten wir im vergangenen Jahr unser 65-jähriges Bestehen feiern, doch das klappte nicht", sagt Anwohner Jürgen Odenkirchen. Doch stolz sind die Nachbarn zwischen Wilhelm- und Alleestraße, Bahnhof und Hahnerhof, dass sie so lange eine Tradition pflegen. Und das wird gefeiert.

Jüchen ist die Gemeinde der Maibäume: Auch in den Ortsteilen von Aldenhoven bis Otzenrath, werden am 30. April und am 1. Mai massive Baumstämme mit Festschmuck errichtet. Alois Döring schreibt allgemein dazu im Buch "Rheinische Bräuche durch das Jahr": "Historische Zeugnisse belegen den öffentlichen Maibaum seit dem 16. Jahrhundert, doch die flächendeckende Verbreitung setzte erst im 20. Jahrhundert ein." Zudem beschreibt Döring ihn als Liebessymbol von jungen Männern - inzwischen aber auch von Frauen für den Liebsten.

Zu den Orten, an denen dieser Brauch hoch gehalten wird, gehört der Huckingshof an der Stadion-straße. Bereits seit 115 Jahren wird dort ein Maibaum errichtet, weiß Paul Quack zu berichten: Anfangs mit Leitern, heute mit einem Kranwagen. Denn der Baum ist 20 Meter hoch, mit einer fünf Meter langen Tanne und drei Kränzen verziert. "Für uns ist der Maibaum ein Zeichen für gelebte Nachbarschaft. Er gehört uns allen", so Quack. 20 Aktive kümmern sich darum und sponsern ihn. In Hochneukirch steht der Maibaum 2015 im Zeichen des 125-jährigen Bestehens: Heute wird am Adenauerplatz groß gefeiert.

Dass der Brauch lebendig ist, zeigt die Bruderschaft Garzweiler: Sie plant erstmals einen Maibaum für die Bewohner im Seniorenheim "Carpe diem". "Gern machen wir den Älteren diese Freude", sagt Brudermeister Dieter Königs. Für die Schützen eine Übung: Denn zum Schützenfest setzen sie selbst Maibäume - etwa für den König.

Quelle: NGZ
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