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Jüchen
Mehr Personal für Flüchtlingsintegration

Jüchen: Mehr Personal für Flüchtlingsintegration
Sozialamtsleiterin Annerose Böhm-Weyerstraß (vl.) und Bürgermeister Harald Zillikens mit Ute Schwieren, die vom Standesamt in die erweiterte Integrationsstelle der Gemeinde Jüchen wechselt. FOTO: Anja Tinter
Jüchen. Zwei Sozialarbeiterinnen der Caritas ergänzen die Integrationsstelle. Eine weitere Honorarkraft hilft durch ihre Sprachkenntnisse aus. Die Integration ist der Gemeinde ebenso wichtig, wie die Unterbringung der Asylsuchenden. Von Gundhild Tillmanns

Die der Gemeinde Jüchen dauerhaft zugewiesenen Flüchtlinge mit Wohnraum zu versorgen, ist die eine große Aufgabe. Die andere ist die Integration. Bürgermeister Harald Zillikens sieht die Integration der Flüchtlinge als eine genauso wichtige Leistung an, wie deren Unterbringung. Deshalb erweitert die Gemeinde Jüchen ihre Integrationsstelle zum 1. Mai von zwei auf vier Mitarbeiter.

Zwei zusätzliche Sozialarbeiterinnen der Caritas stoßen hinzu. Sie werden hauptsächlich im Außendienst in der aufsuchenden Sozialarbeit tätig sein. Diese Sozialarbeiterinnen bekommen auch ein Büro in dem Haus, das die Gemeinde an der Jülicher Straße für 120 Flüchtlinge bauen lässt. Die Sozialarbeiterinnen der Caritas haben bis dato die Flüchtlinge in der Landesnotunterkunft an der Odenkirchener Straße betreut. Die wird aber Ende dieses Monats aufgegeben. Zunächst befristet bis 2018, übernimmt die Gemeinde Jüchen diese beiden Fachkräfte insgesamt für 50 Wochenstunden, elf davon bezahlt die Caritas, wie Zillikens informiert. Die beiden Frauen arbeiten nach dem Jobsharing-Modell, wie er hinzufügt.

Verstärkt wird die erweiterte Integrationsstelle ferner durch einen Hausmeister, der für alle Flüchtlingsunterkünfte der Gemeinde zuständig ist. Außerdem gebe es einen Mitarbeiter aus dem Nikolauskloster, der einen befristeten Honorarvertrag über 15 Wochenstunden von der Gemeinde erhalten habe. Dieser Mitarbeiter sei besonders hilfreich für die Integrationsarbeit, weil er neben Englisch, Französisch und Italienisch auch etwas Arabisch spreche, betont der Bürgermeister.

Im Innendienst wird sich bei der Integrationsstelle auch einiges verändern. Die Integrationsbeauftragte Elena Hundt wechselt zum 1. Juni zur Bezirksregierung. An ihre Stelle tritt die bisherige Standesbeamtin Ute Schwieren. Außerdem wird Silke Rafaneli aus der Gleichstellungsstelle zur Flüchtlingsintegration wechseln. Diese Umbesetzungen sind Teil eines neuen Verteilungsplanes für die Dezernate im Rathaus Jüchen.

Ute Schwieren sei für ihre neue Position prädestiniert, da sie in ihrer Freizeit schon seit vielen Jahren in der Flüchtlingshilfe aktiv sei, berichtet Zillikens. Schwieren war in der Vergangenheit auch bereits als Sozialarbeiterin für die Gemeinde tätig und hat in den 1990er Jahren beispielsweise Roma-Familien betreut.

Auch im Innendienst werden die Mitarbeiter der Integrationsstelle im Rathaus sehr oft persönlich mit Flüchtlingen zu tun haben: Davon geht Sozialamtsleiterin Annerose Böhm-Weyerstraß aus. Denn bereits jetzt "kommen die Flüchtlinge massenhaft in die Sprechstunden", sagt sie. Und auf den Ansturm sei das Rathaus auch sprachlich gerüstet: "Wir haben Dolmetscher zur Verfügung, aber neuerdings auch eine geeignete Übersetzungs-App", berichtet die Sozialamtsleiterin.

Das aufgestockte Team der Integrationsstelle soll maßgeblich durch eine Landeszuweisung finanziert werden, die allerdings bislang nur angekündigt ist. Im Gemeindehaushalt sind zusätzliche Mittel für die Integrationsstelle eingestellt. Wieder einmal tritt die Gemeinde Jüchen dabei in Vorleistung. Die avisierten Erstattungen durch das Land hat es bisher nicht gegeben. Es blieb lediglich bei Ankündigungen der Landesregierung.

Quelle: NGZ
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