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Jüchen
Mehrheit der Eltern für Gesamtschule

Jüchen: Mehrheit der Eltern für Gesamtschule
Sind die Tage der Sekundarschule gezählt? Bei einer Umfrage, deren Ergebnis jetzt vorliegt, sprachen sich Eltern von Jüchener Grundschülern mit großer Mehrheit für eine Umwandlung in eine Gesamtschule aus. FOTO: LBER
Jüchen. Rund 85 Prozent der befragten Grundschuleltern sprachen sich für die Umwandlung der Sekundar- in eine Gesamtschule aus. Externer Gutachter stellte dem Runden Tisch seinen Entwurf für einen Schulentwicklungsplan vor. Von Susanne Niemöhlmann

Das Ergebnis der Befragung steht fest, und in seiner Deutlichkeit hat es auch Bürgermeister Harald Zillikens überrascht: Um die 85 Prozent der Grundschuleltern begrüßen die Einführung einer Gesamtschule anstelle der Sekundarschule in Jüchen oder stehen ihr eher zustimmend gegenüber. "Bei einer Rücklaufquote von mehr als 80 Prozent ist die Aussage eindeutig", bewertet der erste Bürger der Gemeinde Jüchen das Resultat: "Dies ist ein mehr als deutlicher Hinweis, was die Bürger wollen." Jetzt sind die politischen Gremien gefragt. In den nächsten Tagen werden sich die Ratsfraktionen intern über das Thema austauschen, und natürlich steht es auf der Tagesordnung des Schulausschusses, der am Donnerstag kommender Woche (29. Oktober) tagt. Viel Zeit bleibt nicht für die Meinungsfindung. Denn die Schul-Umwandlung soll bereits zum kommenden Schuljahr 2016/2017 umgesetzt werden.

Am Dienstagabend trafen sich Vertreter der Gemeindeverwaltung mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen sowie den Leitern alle Jüchener Schulen und deren Schulpflegschaftsvorsitzenden zu einem Runden Tisch, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Mit dabei: Heinfried Habeck vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund. Der Gutachter hatte im Auftrag der Gemeinde einen Schulentwicklungsplan ausgearbeitet, den er nun vorstellte. Seine Empfehlung: die Umwandlung der Sekundar- in eine Gesamtschule, da viele Eltern ihren Kindern bereits ab Klasse 5 die Option offen halten möchten, einmal das Abitur zu erreichen - ohne Umweg über eine weitere Schulform. Für das Gymnasium befürchtet der Experte keine negativen Auswirkungen, rät aber zu einer Kooperation der Sekundarstufe II, um im Interesse der Schüler das Kursangebot optimieren zu können. Auch Bürgermeister Zillikens befürchtet keine Konkurrenz-Situation. "Beide Schulen haben ihre jeweiligen Stärken, die sie auch zeigen müssen", sagt er. Zeitgleich zur Befragung der Eltern von Jüchener Grundschülern wurden auch die Eltern sogenannter Auspendler nach den Gründen befragt, warum sie ein Gymnasium oder eine Gesamtschule außerhalb Jüchens gewählt haben. Während die meisten Eltern (69,6 beziehungsweise 61,1 Prozent) angaben, den Wunsch des Kindes berücksichtigt zu haben, spielten weder Geschwisterkinder noch eine bessere Busverbindung zur auswärtigen Schule eine Rolle bei der Entscheidung. Auffällig viele Eltern (83,3 Prozent) gaben an, dass das Konzept der Sekundarschule sie nicht überzeuge, etwa dreiviertel der Eltern befürchten, dass die Vorbereitung auf das Abitur an der Sekundarschule aufgrund der fehlenden eigenen gymnasialen Oberstufe nicht so gut sei wie an Gesamtschulen. Das Gymnasium Jüchen wiederum hat offenbar mit einem Imageproblem zu kämpfen. Hier gaben immerhin 60 Prozent der Auspendler-Eltern an, nicht genug Gutes über die Schule gehört zu haben.

Hingegen haben 81,8 Prozent der Grundschuleltern angegeben, ihr Kind "ganz bestimmt" beziehungsweise "eher ja" an der Gesamtschule anmelden zu wollen. "Dieses Votum ersetzt nicht das eigentliche Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen", relativiert Harald Zillikens diese Aussage, "das beginnt erst im Februar."

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Quelle: NGZ
 
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