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Jüchen
Neue Rhododendron-Züchtung auf Schloss Dyck getauft

Jüchen. Cecilie heißt das zarte Pflänzchen, dessen Pate Simeon Graf Wolff Metternich ist. 20 Jahre brauchte die Kreuzung bis zur ersten Blüte. Von Valeska von Dolega

Mit elegantem Schwung kippte der Graf ein Glas Frizzante über die Blütenpracht und sprach mit fester Stimme: "Ich taufe Dich auf den Namen Fürstin Cecilie." Kein weiteres zweibeiniges Patenkind - derer zählt er bereits 14 - übernahm Simeon Graf Wolff Metternich mit diesem Akt. Cecilie ist ein blühender Traum in Weiß-Rosé und eine neue Rhododendron-Art. Benannt ist sie nach des Grafens Großmutter.

Nicht irgendeine, sondern eine überaus "robuste, sonnentolerante und starkwüchsige Sorte", wie der hauseigene Gartenmeister Berthold Holzhöfer erklärte. "Sie ist eine Kreuzung der englischen Madame Waterer mit der Wildart Insigna." Die exklusive Musterung der Blüte von zartrosé zu grünlichen Sprenkeln geht auf die Madame zurück, die starken grünen Blätter verweisen beispielsweise auf Insigna. Gute 20 Jahre hat es die findigen Pflanzenkenner der Baumschule Bruns gekostet, dieses "blühende Prachtexemplar", wie Graf Metternich lobte, zu züchten. Nun ist ein üppiger Busch dieser Sorte vis-a-vis eines Tulpenbaums vorm sanften Plätschern des Burggrabens an der Orangerie für jedermann zu bestaunen. "Im Moment ist ihre natürliche Blütezeit", erklärt der Gartenmeister, warum Cecilie derzeit so besonders attraktiv ist.

Die Idee mit der Blumentaufe geht ebenfalls auf ihn zurück. Die Idee zum Namen stammt vom Grafen. Cecilie war seine Großmutter, 1911 als Prinzessin zu Salm-Salm geboren und seit 1930 mit Prinz Franz Josef verheiratet. Schloss Dyck war der Sommersitz der Familie, für den sie sich "Wahnsinnig engagiert hat. Ohne sie gäbe es die Vielfalt im Park nicht." Nach dem Tod ihres Mannes 1958 erblühte ihre Liebe zu Pflanzen noch einmal ganz besonders.

"Sie war eine absolute Expertin", erinnert sich Graf Metternich. Als Kind sei er sich dessen "natürlich nicht bewusst gewesen". Wie fundiert ihr Wissen war, zeigt sich unter anderem mit Blick auf den Maternschen Gartens, der unter ihrer Regie vom befreundeten Architekten Herbert Matern entstand. Ebenso zeugt die internationale Korrespondenz, die sie mit Botanikern in England und Frankreich führte, von ihrem Kenntnisreichtum.

Die "Freude, ein so fabelhaft blühendes, immer wiederkehrendes Denkmal" für die Großmutter gesetzt zu haben, freut den Grafen sehr. Einerseits wird so die Leistung der Fürstin auf besondere Art gewürdigt. Und andererseits bekommt sie Anerkennung für ihr großartiges Tun.

Quelle: NGZ
 
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