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Jüchen
Neue Tonkugeln im Schlosspark sind Zeichen für die Inklusion

Jüchen. Bewohner des Grevenbroicher Therapiezentrums "Haus Welchenberg" haben die Kugeln bei einer Beschäftigungstherapie gefertigt.

Irgendwie ähneln sie sich, die neuen Tonkugeln im Dycker Schlosspark. Trotzdem ist keine wie die andere. "Die unterschiedlichen Farben, Größen und Oberflächenmuster sind ein Zeichen für die Unterschiedlichkeit von Menschen und für die Inklusion", erklärt Markus Carrascal. Er ist Arbeitspädagoge bei der Allgemeinen Hospitalgesellschaft (AHG), die das Grevenbroicher Therapiezentrum "Haus Welchenberg" betreibt. In Grevenbroich-Neuenhausen lernen suchtkranke Menschen, wieder einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. 14 dieser Menschen haben bei einer Beschäftigungstherapie unter Carrascals Leitung etliche Tonkugeln geformt, gebrannt und glasiert. Die 20 schönsten Exemplare sollen jetzt dauerhaft im Schlosspark zu sehen sein. Alle Klienten, die an der Herstellung der schweren Kugeln beteiligt waren, haben jetzt bei deren Aufstellung im Park von Schloss Dyck geholfen. "Die Kugeln sind eine Schenkung", sagt Carrascal. Das Therapiezentrum hatte zuvor mit Parkleiter Berthold Holzhöfer Kontakt aufgenommen. "Die Schenkung ist eine einmalige Sache. Wir könnten uns aber vorstellen, bei Projekten in der Zukunft noch einmal Werke im Park zu zeigen", sagt er. Fest steht: Die bunten Kugeln passen gut in die Landschaft. Laut Carrascal sollen sie auch bei der Veranstaltung "Schlossherbst" mit einbezogen werden.

Jede Kugel - so sagt der Projektleiter - sei wie die Unterschrift des jeweiligen Künstlers. "Ich kann an der Form genau erkennen, wer sie hergestellt hat", erzählt der Arbeitspädagoge. "Die Klienten haben sich sehr viel Mühe gegeben und viel Zeit in die Kugeln investiert", ergänzt die Keramikkünstlerin und AHG-Mitarbeiterin Annelore Ruhnke. Die Herstellung der robusten Tonkugeln sei sehr aufwendig gewesen. "Die Klienten haben schließlich selbst entschieden, welche Kugeln sie im Schlosspark zeigen wollen. Für uns steht das gesamte Projekt unter dem Motto ,Ein rundes Leben'", sagt sie.

Bei der Beschäftigungstherapie, aus der die Kunstwerke hervorgegangen sind, geht es in erster Linie darum, den Alltag körperlich schwacher oder geschädigter Suchtkranker neu zu strukturieren.

(cka)
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