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Jüchen
Neues Konzept für Lernbüros in der Gesamtschule

Jüchen: Neues Konzept für Lernbüros in der Gesamtschule
Das pädagogische Konzept der Gesamtschule halten viele für verbesserungswürdig. Nun sollen etwa die oft kritisierten Lernbüros modifiziert werden. FOTO: cka
Jüchen. Bis zu den Herbstferien soll das modifizierte Konzept für die Lernbüros in der Gesamtschule stehen. Anregungen von Eltern, Schülern und Lehrern sollen darin berücksichtigt werden. Von Gundhild Tillmanns und Christian Kandzorra

In der Gesamtschule werden jetzt die Lernbüros noch einmal nachjustiert, indem die Anregungen aus den Workshops mit Eltern, Schülern und Lehrern aufgegriffen und teilweise auch umgesetzt werden. Bis zu den Herbstferien soll das modifizierte Konzept für die Lernbüros dann stehen.

Bürgermeister Harald Zillikens unterstützt darüber hinaus auch die Kooperation von Gymnasium und Gesamtschule in Jüchen. Als Beispiel nennt er die Kurse in den Oberstufen: Komme ein Leistungskurs an einer Schule aufgrund zu weniger Schülerzahlen nicht zustande, könne er aber an der anderen Schule angeboten werden.

Schulamtsleiterin Carola Schellhorn erläutert zu den Lernbüros: "In den neuen Büros sollen die Kinder lernen, sich selbstständig zu organisieren sowie Ängste und Grenzen zu überwinden." Gesamtschulleiterin Susanne Schumacher bezeichnet den zurückliegenden Umbau von einer Sekundarschule in eine Gesamtschule als eine "tsunamiartige Situation", die über Schüler und Lehrer hereingebrochen sei. "Der Umbau der Schule ist eine große Herausforderung, die sehr viel Mut fordert", sagt sie und gibt zu, dass das pädagogische Konzept der Schule noch verbesserungswürdig sei. Trotz vereinzelter Kritik betont sie, dass Schüler, Lehrer und Eltern weiter miteinander in Kontakt bleiben sollen und mahnt einen respektvollen Umgangston an. "Wir müssen Lösungen auf sachlichen Ebenen finden."

Sie betont auch, die Gesamtschule sei bemüht, sich einen sportlichen Schwerpunkt zu setzen. Inwieweit die Schule bald etwa zu einer "Sportschule NRW" werden könnte, vermögen die Verantwortlichen aber noch nicht zu prognostizieren.

Im Nachgang zu den Workshops hat es ein Treffen im Rathaus mit den Dezernenten für Gesamtschule und Gymnasium der Bezirksregierung Düsseldorf, Mattis Otto und Karin Abts-Job, sowie der Schulamtsleiterin Schellhorn, Gesamtschulleiterin Schumacher, und Monika Thouet, der Leiterin des Gymnasiums, gegeben. Thema der Gesprächsrunde war unter anderem der Wegfall der verbindlichen Schulempfehlungen. So ist es den Eltern freigestellt, ihre Kinder an der Schule anzumelden, die sie für ihr Kind als richtig erachten. Im Schuljahr 2017/2018 hat sich dabei etwa die Hälfte der Eltern für das Gymnasium entschieden. Für die neue Gesamtschule, die ebenfalls den Weg zum Abitur anbietet, hat sich ebenfalls die Hälfte der Eltern entschieden. So ist die Oberstufe an beiden Schulen von vergleichbaren Inhalten geprägt und auch bei den zentral gestellten Klausuren gibt es keine Unterschiede. Thouet sagte: "Wenn es nach mir geht, bleiben wir bei G 8. Wir haben uns nun darauf eingerichtet. Selbst bei Wahlfreiheit wird es kein G 9 wie früher geben, dessen sollten sich alle bewusst sein."

Auch Bürgermeister Zillikens sieht in den beiden weiterführenden Schulen klare Vorteile: "Für alle Kinder in der Gemeinde Jüchen ist eine geeignete Schulform vorhanden. Ständige Wechsel im Schulsystem bringen nur Unruhe." Dies wurde auch von den beiden anwesenden Dezernenten der Bezirksregierung unterstrichen. So kooperieren die Schulen künftig nicht nur in der Oberstufe, um eine Vielzahl an Leistungskursen anbieten zu können. Wie in diesem Jahr wird es bei der Schulauswahl auch künftig in Einzelfällen eine gemeinsame Beratung der Eltern durch beide Schulen geben. "Wir möchten den Eltern und Kindern bestmögliche Auswahlmöglichkeiten bieten", sagten Schumacher und Thouet. Hinsichtlich der Kooperation gehen die Schülermitvertretungen auch bereits gemeinsame Wege. Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer auch im Hinblick auf die Zügigkeit der beiden Schulen. Hier wird es keine Änderungen geben. Die Gesamtschule bleibt vierzügig, das Gymnasium dreizügig, sofern die Schülerzahlen konstant bleiben.

Quelle: NGZ
 
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