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Jüchen
Plädoyer für die lebensverlängernde Ehe

Jüchen. Comedian Bernd Stelter begeisterte in der Peter-Giesen-Halle mit seinem neuen Programm.

"Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte" - so sperrig der Name des neuen Programms von Bernd Stelter ist, so kurzweilig kommt es rüber. Das wollten sich jetzt knapp 600 Zuschauer nicht entgehen lassen. Sie erlebten in der Peter-Giesen-Halle einen amüsanten, teils lehrreichen Abend. Bernd Stelter versteht es nämlich, Humor und Niveau unter einen Hut zu bringen.

Dass es nicht langweilig werden würde, verrieten schon die Requisiten: Keyboard, Gitarre und ein Kleiderständer, der darauf hinwies, dass Stelter in so manche Rolle schlüpfen würde. Um es vorwegzunehmen: Der Kabarettist, selbst seit vielen Jahren verheiratet, weiß die Ehe zu schätzen. Er zeichnete den Weg nach vom Neandertaler, der seine "Neander-Tussi" am Schopf in seine Höhle zog und nicht an eine feste, dauerhafte Beziehung dachte. Dann spannte er einen Bogen zu Zeitgenossen wie Joschka Fischer, Lothar Matthäus oder Dieter Bohlen und stellte die Frage in den Raum, ob es sich hierbei nicht um eine Avantgarde handele, die die nächste Evolutionsstufe betrete. "Errare humanum est", sagt der Lateiner. Es bedeutet "Irren ist menschlich" und ist laut Stelter die Abkürzung für "Ehe". Das meinte er nicht ernst, denn: "Frauen und Männer passen sehr wohl zusammen. Und es macht sogar Spaß und ist lebensverlängernd." Warum verheiratete Männer länger leben, erklärte der Kleinkünstler so: ",Schatz, trink auch mal 'n Wasser zwischendurch' - Single-Männer kennen diesen Satz nicht." Stelter begeisterte als Sauerländer, der zur Silberhochzeit seiner Nachbarn eine Rede hält, wie auch als Standesbeamter, der sich auf einer Fachtagung zu gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften äußert. "Gleichgeschlechtliche Paare wollen auch ihren Hochzeitstag vergessen dürfen." Ein kleiner ironischer Seitenhieb auf die katholische Kirche: "Homo-Ehe - meinetwegen. Aber wehe, ihr verhütet." Stelter erzählte nicht nur unterhaltsam, er sang auch. Mit dem Lied "Der langsamste Jogger vom Rhein" bezog er sich auf sein Buch "Wer abnimmt, hat mehr Platz im Leben". Der Diätexperte genießt guten Gewissens: "Kohlehydrate im Weißwein? Wenn da welche drin wären, würde ich sie sehen."

(barni)
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