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Jüchen
Pro Tag wird eine wilde Müllkippe entdeckt

Jüchen. Die Gemeinde Jüchen hält an ihrer Reinigungskampagne fest. Wilder Abfall soll binnen 24 Stunden vom Bauhof abgeholt werden. Bisher konnten aber nur wenige Müll-Sünder dingfest gemacht werden. Von Christian Kandzorra

Wilder Müll ist ein Problem. Ein ständiges. Aus diesem Grund hat die Gemeinde im April vergangenen Jahres eine Müll-Hotline sowie eine Extra-Mailadresse für Bürger eingerichtet und eine Art "Müll-Mobil" für den Bauhof bereitgestellt, mit dem ausschließlich Abfall transportiert wird. Jetzt zieht die Gemeinde ein erstes Fazit. "Wir erhalten durchschnittlich einmal pro Tag eine Meldung von Bürgern, die wilde Müllkippen im Gemeindegebiet entdeckt haben", sagt Rathaus-Sprecher Jürgen Wolf.

Das Versprechen, den gemeldeten Unrat innerhalb von 24 Stunden abzuholen und fachgerecht zu entsorgen, könne der Bauhof in den meisten Fällen einhalten. "Der Service wird gut angenommen und trägt dazu bei, dass das Ortsbild nicht verschandelt wird", sagt Wolf. Eine gute Nachricht: Nach Auskunft der Verwaltung nimmt die Menge an wildem Müll nicht zu. Trotzdem gibt es immer noch genügend Menschen, die ihren Abfall nicht in der Tonne und nicht bei Fachbetrieben entsorgen, sondern in der Natur. "Unter den Fundstücken sind oft Autoreifen, Kühlschränke und andere Elektrogeräte, die nach Anmeldung eigentlich vom Sperrmüll abgeholt werden, komplett gefüllte Hausmüll-Beutel und manchmal sogar ganze Möbelgarnituren", berichtet Wolf. Diese Dinge würden einige Bürger vorsätzlich in der Umwelt abladen, um Entsorgungskosten zu sparen. "Das ist kein Kavaliersdelikt. Die Entsorgung in der Umwelt kann strafrechtlich verfolgt werden", betont der Gemeindesprecher. "Wir sind grundsätzlich über Hinweise von Bürgern dankbar, die wissen, wer illegal seinen Abfall entsorgt oder entsprechende Beobachtungen machen." Zuständig dafür sind das Ordnungsamt (Telefon 02165 9153200) und die Polizei.

Vereinzelt wurden in der Vergangenheit schon Fälle illegaler Müllentsorgung aufgeklärt. "Wenn die Mitarbeiter des Bauhofs wilden Müll abholen, achten sie immer auf Spuren", sagt Jürgen Wolf. Die meisten Fälle bleiben jedoch trotzdem ungelöst, weil selten Hinweise auf die Entsorger vorliegen. Wolf betont: Der Müll-Abhol-Service der Gemeinde sei kein Freifahrtsschein für Abfall-Sünder. "Die Kosten für die Entsorgung werden auf die Müllgebühren umgelegt." Den Preis trägt also die Allgemeinheit indirekt über die Müllgebühren. Echte Härtefälle von illegaler Müllentsorgung in der Natur waren in der Vergangenheit achtlos abgestellte Farbeimer - Dinge, die unter Umständen Umweltstrafbestände erfüllen können. Orte, die die Bauhof-Mitarbeiter mit dem Müll-Mobil immer wieder ansteuern müssen, sind die Grubenrandstraße und die Bahntrasse, die durch Hochneukirch führt. Dort laden Bürger häufig Gegenstände ab, die sie nicht mehr gebrauchen können.

Ein Erkennungszeichen des Bauhof-Müllautos sind übrigens die "Maskottchen": zwei lächelnde Comic-Figuren - ein Mädchen mit Eimer und ein Junge mit Besen. Die Figuren sind auf das Fahrzeug geklebt und sollen diesen Service der Gemeinde unterstreichen. "Wir werden weiter an dem Konzept festhalten und dafür sorgen, dass wilder Müll binnen 24 Stunden verschwindet", versichert Wolf.

Quelle: NGZ
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