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Jüchen
Psychologin gibt Tipps gegen Mobbing

Jüchen. Eltern und Schüler im Gymnasium informierten sich auch über Abwehr von Cybermobbing. Von Marion Lisken-Pruss

Harmlose Reibereien unter Schülern sind an der Tagesordnung. Doch wo beginnt das Mobbing? Wie können Eltern erkennen, ob ihr Kind gemobbt wird, und wie können sie ihm helfen? Diesen Fragen ging Daniela Frimmersdorf, Schulpsychologin des Rhein-Kreises Neuss, in einem Vortrag nach, zu dem sie die Bürgerstiftung Jüchen eingeladen hatte. Rund 30 Zuhörer waren ins Gymnasium Jüchen gekommen, darunter auch zehn Schüler.

"Ein gravierender Unterschied zwischen Streit und Mobbing ist der, dass gemobbte Kinder den Konflikt nicht alleine und ohne Hilfe von außen lösen können", sagte die Psychologin. "Wenn Kinder bedrückt nach Hause kommen, immer unsicherer oder krank werden oder plötzlich mehr Geld benötigen, weil sie es angeblich verloren, tatsächlich aber an den Mobber gezahlt haben, dann ist höchste Aufmerksamkeit geboten", betonte sie. Denn das seien einige der Symptome, an denen Eltern erkennen können, ob ihr Kind gemobbt wird.

Eine besondere Stellung nimmt das Cybermobbing ein: "Während die Kinder früher nach Schulschluss Ruhe hatten, geht das Mobbing heute zumeist per WhatsApp weiter - 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche", sagte sie. Insbesondere beim Cybermobbing spiele die Anonymität eine große Rolle, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen sähen die Mobber nicht, welches Leid sie bei ihrem Opfer hervorrufen, wodurch ihre Hemmschwelle noch sinken könne. Und zum anderen versteckten sie sich im Netz hinter Spitznamen und seien so schwerer zu identifizieren. "Mobbing findet im Geheimen statt. Es funktioniert nur, solange keiner Bescheid weiß und alle Schüler weggucken", resümierte Daniela Frimmersdorf. Das gelte auch für den Schulbus, den Pausenhof oder in Umkleidekabinen.

Aber sie hatte auch Tipps parat, wie Mitschüler, Lehrer und Eltern gegensteuern können. Beim Cybermobbing könne ein Screenshot gemacht und die Polizei eingeschaltet werden. "Denn Cybermobbing ist ab einem Alter von 14 Jahren strafbar. Eltern sollten die Nöte ihrer Kinder ernst nehmen und sich an die Schule wenden", riet sie. Denn Mobbing gehe von Mitschülern aus, und das Problem müsse in der Schule gelöst werden. Deshalb sollten Schulen auch ein einheitliches Anti-Mobbing-Konzept entwickeln. Gute Erfahrungen habe man mit sogenannten "Buddies" gemacht. Das sind sozialkompetente Schüler, die sowohl den Mobbern als auch den gemobbten Kindern zur Seite gestellt werden. "Kinder haben viele kreative Ideen, wie Mobbing gestoppt werden kann", sagte Daniela Frimmersdorf. Nur eines sollten betroffene Eltern nicht tun: Mit dem Mobber sprechen. Das signalisiere ihm, dass sein "Opfer" nicht alleine klar käme und würde die Situation nur verschärfen.

Quelle: NGZ
 
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