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Jüchen
"Radler-Scheidung" ohne Rosenkrieg

Jüchen. Der ADFC Jüchen ist Vergangenheit. Die Radfreunde Jüchen bieten aber eine Kooperation an. Von Gundhild Tillmanns

Die Trennung von Deutschem Allgemeinen Fahrradclub (ADFC) Jüchen und von dessen Abspaltung, den Radfreunden Jüchen (RF), geht weiter: Gerhard Geisler, der seit der Abspaltung der Radfreunde noch Vorsitzender in beiden Vereinen war, hat jetzt den ADFC-Vorsitz niedergelegt. Damit ist allerdings auch das Schicksal der ADFC-Ortsgruppe Jüchen besiegelt: Die gibt es nun nicht mehr, wie ADFC-Kreisvorsitzender Rolf Schaack bedauert. Die gute Nachricht allerdings nach der "Scheidung": "Die Jüchener ADFC-Mitglieder werden weiter betreut, der Kreisvorstand übernimmt die Verwaltung", kündigt Schaack an.

Aktuell gehören laut Schaack noch 29 eingetragene Mitglieder zum nunmehr ehemaligen ADFC Jüchen. Mit Familienmitgliedern seien es sogar 52. Als Ansprechpartner haben sich laut Schaack die beiden Jüchener Roland Kusay und Walter Linnartz bereiterklärt. Trotz der frühen Ansage von Geisler bereits im Mai diesen Jahres, bei der Mitgliederversammlung im September den Vorsitz niederzulegen, sei es aber auch mit großen Bemühungen nicht möglich gewesen, neue Kandidaten für einen ADFC-Vorstand in Jüchen zu finden, bedauert Schaack.

Die Radfreunde Jüchen hatten sich wegen der Beitragserhöhung des ADFC abgespalten und selbstständig gemacht. Einzelmitglieder zahlen beim ADFC jetzt 56 statt 46 Euro im Jahr, Familien 68 statt 58 Euro. Schaack geht allerdings davon aus, dass der in diesem Betrag enthaltene Pannenservice von vielen Mitgliedern geschätzt werde. Übrigens werden sich ADFC und Radfreunde Jüchen am Sonntag beim Familienfest auf dem Dycker Feld wiedersehen: Sie haben die Stände Nr. zwei und Nr. drei dicht nebeneinander gleich im Eingangsbereich. Dort will der ADFC laut Schaack auch für seine Einstiegsmitgliedschaft zum Sonderpreis von 19,50 Euro für das erste Jahr werben.

Einen "Rosenkrieg" werde es zwischen den "geschiedenen" Radlern am Sonntag trotzdem nicht geben, sagt Gerhard Geisler auf Nachfrage unserer Redaktion. Er habe zwar zum 1. November seine Mitgliedschaft im ADFC gekündigt, verrät der ehemalige Vorsitzende. Auf der anderen Seite seien die Radfreunde Jüchen aber zu einer Kooperation mit dem ADFC bereit, betont Geisler. Vorstellbar seien gemeinsame Radtouren.

Denn die im ADFC verbliebenen Mitglieder aus Jüchen seien bis auf einen kleinen Teil mehr oder weniger "Karteileichen, die selbst keine Touren planen", sagt der ehemalige Vorsitzende. Bei den Radfreunden Jüchen gebe es aber einen festen Stamm von fünf Tourenplanern und acht Aktiven, die auch Radtouren anführten. Und die Mitgliederzahl hat sich laut Geisler seit der Trennung vom ADFC im Mai von 38 auf 42 erhöht - bei weiter steigender Tendenz. Das erste Halbjahresprogramm werde gut angenommen. Und für nächstes Jahr sei an eine Erweiterung gedacht.

Quelle: NGZ
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